Introvertiert vs. Extrovertiert - wer kann sich Rückzug leisten?
Shownotes
Sind wir plötzlich alle introvertiert? Im vergangenem Jahr haben wir in einer kurzen Folge darüber gesprochen und die Resonanz war groß. Wir schauen also nochmal hin: Was bedeutet eigentlich "introvertiert sein"? In dieser Folge fragen wir uns, was eigentlich passiert, wenn wir unsere Erschöpfung, das Bedürfnis nach Rückzug nicht mehr als Reaktion auf unsere Lebensumstände lesen, sondern als fest geschriebene Eigenschaft unserer Persönlichkeit. Wenn „Ich bin introvertiert“ zu einer Entschuldigung für das Vermeiden gewisser sozialer Interaktion wird und manchmal auch zu einer Abkürzung für Dinge, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit bräuchten.
Wir sprechen über die psychologischen Ursprünge von Intro- und Extraversion, über die Rolle von Social Media, Persönlichkeitstests und Selbstdiagnosen, aber auch über eine gesellschaftliche Verschiebung: Weg von permanenter Verfügbarkeit, hin zu Rückzug, Abgrenzung und Ruhe – zumindest für manche.
Denn Ruhe ist kein neutraler Zustand. Denn wann heißt "zu laut", "zu viel" nur nicht "nach unseren Regeln"?
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drsermedmezher - This Psychological Test Indicates Your Personality Type / https://www.tiktok.com/@drsermedmezher/video/7303676817758588192?q=myer%20briggs&t=1767789574927
Today Explained: The rise of the introverts / https://open.spotify.com/episode/1NlkoKxmQz8wuGA6y2RG69
Tara Mooknee - The Introvert v Extrovert Wars https://www.youtube.com/watch?v=r7x7L5IgO54
Transkript anzeigen
00:00:00: Guck mal, Alice, die zwei Gitarren sind wie ... Alice und ich sind wieder bei Sam und das sind zwei Gitarren von uns.
00:00:09: Ist es sehr schön.
00:00:09: Ist das einen Bass oder ist das eine E-Gitarre?
00:00:11: Das ist eine E-Gitarre.
00:00:12: Das ist eine E-Gitarre,
00:00:13: ne?
00:00:14: Ja, sehe ich an den Seiten eigentlich, ne?
00:00:15: Ich bin so schlecht in so was.
00:00:16: Also, ich fange mal an.
00:00:18: Okay, das wird dann die peinliche Vorklappe.
00:00:21: Also.
00:00:37: Herzlich willkommen zu Feuer und Brot, dem Podcast von Alice und Maxi über Politik und Popkultur und viele andere Themen.
00:00:45: Wir begrüßen euch zur ersten langen Folge in diesem neuen Jahr.
00:00:50: Hallo Alice.
00:00:51: Hallo Maxi.
00:00:52: Hi.
00:00:53: Willkommen.
00:00:54: Ja.
00:00:54: Wir sind wieder bei Samm.
00:00:56: Ich
00:00:56: bin froh, dass ich wieder bei dir bin.
00:00:57: Das ist euch ganz ehrlich.
00:00:59: Ich
00:00:59: bin auch froh, dass du wieder bei mir bist.
00:01:01: Ich war unterwegs.
00:01:02: Ich war ... an einem sehr sonnigen Ort.
00:01:05: Auf
00:01:06: Reisen.
00:01:06: Genau,
00:01:07: ich war in Südafrika.
00:01:08: Ich hab so ein bisschen das Gefühl, Südafrika wird ... Also, ich bin ... Ich möchte nicht erklären, warum ich in Südafrika war, aber es war mehr als nur Urlaub, okay?
00:01:18: Mhm.
00:01:18: Aber ich hab das Gefühl, ich hab ein bisschen Angst, dass Südafrika das neue Bali wird.
00:01:23: Ist doch schon.
00:01:24: In Berlin, die überwintern doch alle in Kapstadt.
00:01:28: Kann man auch gut machen, hab
00:01:29: ich jetzt gesagt.
00:01:30: Also, das ... Ich verstehe es.
00:01:32: Warum?
00:01:33: Weil die Temperaturen sind sehr angenehm.
00:01:36: Krass.
00:01:37: Und es ist wirklich ... Ja, es ist eine sehr schöne Landschaft.
00:01:39: Es ist politisch, es ist das Post-Apartheid, oder noch nicht mehr.
00:01:45: Das heißt, man sieht es viel.
00:01:47: Aber wenn man quasi in einer nicht ganz autoristischen Struktur ist, so wie es bei mir in der Fall war ... glaube ich, kann man auch so ein bisschen andere, also viele andere Seiten von Südafrika, also ich finde es ein... Ich hab da die Zeit genossen, habe ich aber auch viel geschrieben vor allen Dingen.
00:02:06: Ja, du musst richtig viel arbeiten, das glaube ich.
00:02:08: Ich bin trotzdem, ich freue mich, dass du auch ein bisschen genießen konntest.
00:02:11: Ich neige dazu, das immer zu unterschätzen.
00:02:13: Ich denke immer, ach, ich brauche keine Reisen mehr, keine großen, ich brauche keinen Urlaub.
00:02:20: Ich muss nur mal ein, zwei Tage frei haben, dann geht das schon.
00:02:23: Und dann bin ich so richtig mehr erschöpft und merke irgendwann doch, ich brauche vielleicht doch irgendwann mal so eine Wärme wieder.
00:02:29: Aber mal gucken, das kommt irgendwann.
00:02:31: Jetzt sitzen wir erst mal hier während des Draußen, schneit.
00:02:34: Das ist weiß, das finde ich ja auch ganz schön.
00:02:37: Das ist zwar anstrengend und ich habe auch gelesen, dass Kälte für Frauen übrigens viel anstrengender ist für den Körper als bisher angenommen.
00:02:45: Also so Sachen wie Eisbaden oder so sind glaube ich gar
00:02:48: nicht so gut für.
00:02:49: Das
00:02:50: wollte ich kurz
00:02:52: sagen.
00:02:53: Das passt auch
00:02:54: schon mal.
00:02:55: Ich war mal, ja, war ich schon mal, ich glaube, einmal vielleicht.
00:02:59: Aber definitiv, also es ist einfach, sagen wir mal so, wenn wir jetzt auf, zumindest auf Cis Frauen gucken, aber generell sagen, also, ja, dass du einfach dadurch, dass Frauen durchschnittlich weniger Muskelmasse haben, können die auch schlechter Kälte aushalten, oder?
00:03:16: Ist das nicht so?
00:03:16: Ja, ja.
00:03:17: Und dann hat das halt auch so krasse Auswirkungen.
00:03:18: Und dann hat
00:03:19: man natürlich andere Toleranzen.
00:03:21: wenn man ins Eiswasser geht, glaub ich.
00:03:25: Also irgendwie scheint mir das logisch, aber ich hab auch einfach generell ... Na ja, egal.
00:03:30: Wir schleifen
00:03:31: ab.
00:03:31: Willkommen im neuen Jahr.
00:03:32: Ich dachte, mehrere Tage hab ich dir auch schon erzählt im Vorgespräch, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im
00:03:40: Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass
00:03:43: es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im
00:03:44: Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr
00:03:47: ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im Jahr ist, dass es im auch immer, die Runde doch auch immer, meine Altau.
00:03:54: Aber ja,
00:03:54: ich würde es nicht schlecht, weil ich weiß nicht, die ganze... Die ganze Zeit ist so ungewiss, dass man irgendwie das Gefühl hat, die Zeit rinnt ein durch die Finger und dann kann man es so wie fünf Euro in der Tasche finden, dass man merkt, ah,
00:04:08: ich bin ja schon darauf vorbereitet.
00:04:09: Es ist noch gar nicht, ich habe noch viel mehr Zeit als ich dachte.
00:04:14: Ja
00:04:14: irgendwie, ach keine Ahnung, es fühlt sich strange an.
00:04:17: Aber wir sind ja auch noch am Anfang in diesem Jahr, wir nehmen ganz früh auf, beziehungsweise nicht früh für unsere Folge, aber früh im Jahr und mal schauen, wo das geht, ob sich das dann auch wieder so anfühlt, dass es am Anfang so langsam ist und dann schneller wird.
00:04:33: Naja, wir schauen mal.
00:04:34: Wir werden es alle zusammen
00:04:35: machen.
00:04:35: Wir schauen mal.
00:04:36: Wir schauen mal.
00:04:36: Wir schauen mal.
00:04:37: Wir schauen mal.
00:04:37: Wir schauen mal.
00:04:37: Wir schauen mal.
00:04:38: Wir schauen mal.
00:04:38: Wir schauen mal.
00:04:39: Wir schauen mal.
00:04:39: Wir schauen mal.
00:04:40: Wir schauen mal.
00:04:40: Wir schauen mal.
00:04:41: Wir schauen mal.
00:04:41: Wir schauen mal.
00:04:41: Wir schauen mal.
00:04:42: Wir schauen mal.
00:04:42: Wir schauen mal.
00:04:43: Wir schauen mal.
00:04:43: Wir schauen mal.
00:04:44: Wir schauen mal.
00:04:44: Wir schauen mal.
00:04:45: Wir schauen mal.
00:04:45: Wir schauen mal.
00:04:46: Wir schauen mal.
00:04:46: Wir schauen mal.
00:04:47: Wir schauen mal.
00:04:47: Wir schauen mal.
00:04:48: Wir schauen mal.
00:04:49: Wir schauen mal.
00:04:49: Wir schauen mal.
00:04:50: Wir schauen mal.
00:04:50: Wir schauen mal.
00:04:51: Wir schauen mal.
00:04:51: Wir schauen mal.
00:04:52: Wir schauen mal.
00:04:53: Wir schauen mal.
00:04:53: Wir schauen mal.
00:04:54: Wir schauen mal.
00:04:54: Wir schauen mal.
00:04:55: Wir schauen mal.
00:04:56: Wir schauen mal.
00:04:57: Wir schauen mal.
00:04:58: Wir schauen mal.
00:04:58: Wir schauen mal.
00:04:59: Wir schauen mal.
00:04:59: Wir schauen mal.
00:04:59: Wir Dokumentieren hier wirklich.
00:05:00: Historische Zeiten bei ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ...
00:05:07: im Gleicht wirklich,
00:05:07: ... ... im Gleicht wirklich,
00:05:08: ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht
00:05:08: wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht wirklich, ... ... im Gleicht.
00:05:16: Aber wenn ich mal persönlich... Kommt auch dieses Jahr mein neues Buch raus.
00:05:20: Anti-Opfer.
00:05:22: Ja?
00:05:22: Es erscheint Ende April.
00:05:25: You heard it here first.
00:05:26: You heard it here first.
00:05:27: Anti-Opfer, ich erkläre irgendwann mal, worum es geht.
00:05:30: Aber
00:05:31: vielleicht hier in diesem Podcast werden wir auch mal darüber reden.
00:05:33: Anti-Opfer,
00:05:34: warum wir Verletzlichkeit verachten, sagt das ja schon ein bisschen so.
00:05:37: Sehr gut.
00:05:38: Wir lieben Untertitel.
00:05:40: Genau.
00:05:41: Identitätskrise hatte keinen und dafür habe ich auch Ärger bekommen.
00:05:43: Siehst du, man muss das immer erklären.
00:05:45: Ja, man
00:05:45: muss mal erklären, was das eigentlich heisst.
00:05:48: Na ja, okay.
00:05:49: Wir
00:05:49: erklären hier auch viel.
00:05:50: Wir haben auch ein Thema heute mit.
00:05:51: gebracht und wir wollten eigentlich nochmal aufgreifen.
00:05:55: Uns ist aufgefallen, manchmal sind die Kurzen schon so ein bisschen ein Foreshadowing für eine Idee, die auch ein langes Thema sein könnte.
00:06:04: Genau, das ist ja auch immer schön, wenn wir viel Feedback bekommen auf kurze Folgen und da vielleicht auch darum gebeten wird, dass wir vielleicht ein bisschen länger über bestimmte Sachen sprechen.
00:06:17: Dann kommen wir diesen Wünschen auch manchmal gerne nach, wenn es sich anbietet.
00:06:21: Und wir haben uns entschlossen, die Folge, die am meisten Reaktionen ausgelöst hat, die kurze Folge, die am meisten Reaktionen ausgelöst hat, letztes Jahr jetzt nochmal ausführlicher zu besprechen mit etwas mehr.
00:06:34: Umf und ein bisschen mehr Gedanken und ein bisschen mehr Recherche.
00:06:38: Und
00:06:38: das war nämlich die Folge zu Introvertiertheit.
00:06:42: Ja, oh boy.
00:06:43: Da gab es viele, viele Kommentare und viel Feedback.
00:06:48: Aber ich liebe es auch.
00:06:50: Ich finde es toll.
00:06:50: Wir haben uns vorgenommen, da jetzt einfach nochmal ein bisschen hinzuschauen, was Introvertiertheit, Extrovertiertheit, was bedeutet das eigentlich?
00:06:59: Was gibt es für Aspekte, die wir vielleicht in der Kurz noch gar nicht beleuchtet haben?
00:07:03: Und wir gehen gemeinsam da jetzt mal rein.
00:07:06: Wir fangen einfach an.
00:07:07: Ja,
00:07:07: also nochmal kurz zur Erinnerung.
00:07:08: vielleicht für die Leute, die auch die kurze Folge nicht gehört haben, war es ja so, dass dein Hot-Take war, lautete, ihr seid nicht alle introvertiert.
00:07:16: Und wir haben da uns ein bisschen den Frust von der Seele gesprochen.
00:07:19: Das ist das Gefühl hatten, viele Menschen nutzen Introvertiertheit als, sag ich mal, Ausrede oder Entschuldigung dafür bestimmte ... soziale Interaktion zu vermeiden oder dass dieser Rückzug, diese Kultur des Rückzuges so ein bisschen die Frage aufmacht, ob wir uns alle so ein bisschen aus unserer sozialen Verantwortung stehlen.
00:07:45: Genau, und das eben so was wie... ... das Village, was sich alle so sehen, ... ... sehen, dass das natürlich ... ... wie soll das funktionieren, ... ... wenn
00:07:54: es keiner machen möchte.
00:07:55: Wenn
00:07:55: es keiner machen möchte.
00:07:56: Und wenn ... ... waren dann so ein bisschen sauer ... ... oder ... ... waren ein bisschen genervt, ... ... sage ich mal, von ... ... den Introvertierten.
00:08:03: Daraufhin gab es natürlich, ... ... wir haben sofort ausgeklärt, ... ... und das ist nicht um Neurodivergenz gehen.
00:08:08: Ja.
00:08:09: Da gehen wir auch noch mehr ... ... ein in dieser Folge.
00:08:12: Aber trotzdem haben viele Leute ... Ja.
00:08:15: Viele Leute haben uns recht gegeben, aber viele Leute fühlen sich missverstanden.
00:08:20: Auch
00:08:20: noch einmal, trotzdem noch ergänzt, es ist zu dem, was du gesagt hast, wir waren nicht in dem Sinne genervt von den Introvertierten.
00:08:26: Ich habe auch klargestellt, dass ich das Gefühl habe, dass es eben bei ganz vielen Leuten, du hast ja eben schon das Wort Ausrede benutzt, also dass viele Leute das für sich benutzen.
00:08:35: die aber nicht wirklich introvertiert sind.
00:08:37: Also das war auch ein großer Teil meines Takes.
00:08:40: Also das ich gesagt habe, ich selber merke an mir auch immer mehr vermeintlich introvertierte Seiten, wo ich dann vermeide, in soziale Interaktion zu gehen oder mehr Einbilde, da muss ich jetzt noch viel mehr meine Grenzen beschützen oder mir Dinge einfach schwerer fallen.
00:08:55: Obwohl ich eigentlich jetzt kein besonders introvertierter Mensch bin.
00:08:58: Und da haben wir ja schon so ein paar Thesen aufgemacht, woran das liegen könnte, dass das jetzt mehr Leute machen oder sich mehr Leute so fühlen.
00:09:06: Und ja, da gab es aber eben auch viele, die gesagt haben, ja, fühle ich auch, geht mir genauso.
00:09:11: Und es wurde auch oft aufgegriffen.
00:09:12: Also es scheint ein Thema zu sein.
00:09:15: Es scheint
00:09:15: ein Thema zu sein, auch generell popkulturell.
00:09:18: Das haben wir auch gemerkt, dass es ... Es ist nicht nur in unserer Podcast-Folge ein Thema gewesen, sondern generell gibt es einen gewissen Introvertiert versus extrovertiert Clash.
00:09:32: Also es ist nicht mehr, es ist auf einmal Versus geworden.
00:09:39: Also, da gibt es unterschiedliche Takes eben.
00:09:43: Leute, die unterschiedlich frustriert sind mit extrovertierten oder introvertierten Leuten und es gibt viel Bashing.
00:09:48: Und irgendwie denkt man so, das muss alles gar nicht sein.
00:09:51: Und dann mischt sich einfach noch sehr viel in diesen Diskurs.
00:09:55: Also dann wird irgendwie sehr viel verhandelt und auf unterschiedliche Arten verhandelt.
00:10:00: Alles unter diesem Deckmantel introvertiert halt.
00:10:04: Und das führt, glaube ich, kann hier und da ein bisschen Fallen aufstellen für unseren sozialen Diskurs oder zeigt auch ein bisschen was, wo wir gerade so ... So sind gesellschaftlich und darüber wollten wir ein bisschen reden.
00:10:18: Aber wir fangen mal bei dem Basics an.
00:10:21: Genau, also wir wollen erst mal ein bisschen aufdrösen.
00:10:23: Woher kommt eigentlich diese Einteilung in?
00:10:25: introvertiert sein, extrovertiert sein?
00:10:27: Wer hat das für sich geklämt?
00:10:29: Wer hat das entwickelt?
00:10:30: Die erste Person, die das gekoint hat, war ein Schweizer namens Carl Gustav Jung.
00:10:35: Der hat Anfang der zwanziger Jahren, hat er über Psychologie und Verhalten geschrieben und nachgedacht und veröffentlicht und hat über psychologische Energien gesprochen, psychische Energien und hat diese Einteilung.
00:10:50: gemacht, in extravertiert und introvertiert.
00:10:54: Der hatte doch dieses Buch psychologische Typen.
00:10:57: Carl Gustav Jung war auch ein Buddy von Siegmund Freud, glaube ich.
00:11:00: Wir haben, glaube ich, eine Brieffreundschaft gehabt.
00:11:02: Ich habe nur mal so ein Film gesehen, wo es darum geht.
00:11:04: Ja, also muss man auch alles mit ein bisschen Vorsicht genießen.
00:11:07: Aber
00:11:07: genau, und Carl Gustav Jung ist so ein bisschen, sag ich mal, der ein bisschen spirituellere... Musik und Freude.
00:11:15: Um das jetzt mal sehr ... Ich glaub, wahrscheinlich werden alle sagen, nein.
00:11:19: Aber ich würde jetzt mal ... In meinem Kopf ist das
00:11:22: so.
00:11:22: So ein kleiner Eso.
00:11:23: Genau, und der spricht dann eben von psychischen Energien.
00:11:26: Genau.
00:11:27: Und diese psychologischen Typen macht ihr dann halt auf.
00:11:30: Einer davon ist ... der introvertierte und bzw.
00:11:34: und dann gibt es auch noch den extravertierten.
00:11:36: Genau, und er hat dann den so bestimmtes Eigenschaften zugeordnet.
00:11:39: Also es hieß nicht so sehr, es ging ganz viel um Energien, wie tank ich auf, wie bekomme ich Energie sozusagen und lenkt sich meine Aufmerksamkeit eher nach innen oder nach außen.
00:11:53: Er hat auch ganz viel über Libido gesprochen, das hieß aber bei ihm tatsächlich Lebensenergie und hatte keine sexuelle Konnotation.
00:11:59: Und dann sind Wir haben auch relativ früh schon Zeitgenussinnen von Jungen draufgekommen, dass die meisten Leute irgendwo in der Mitte sich befinden.
00:12:08: Der
00:12:09: hatte auch, glaub ich, wir haben, es gibt so ein Video-Essay von unserer sehr geliebten Taramuni, wo sie auch aus Kai Gustav Jungs psychologische Typen zitiert und beide ... Der extrovertierte und der introvertierte Typ werden beide auch ein bisschen harsch beschrieben.
00:12:26: Ja, auf jeden Fall.
00:12:27: Der introvertierte Typ, also eigentlich irgendwie so ein Miese-Petra, der eigentlich kein, der Gesellschaft nicht so gerne mag und auch überall ein Haar in der Suppe findet und alles irgendwie so ein bisschen bemängelt und eher so ein bisschen so ... ist.
00:12:39: Ja.
00:12:40: Und der extrovertierte ist, wird beschrieben als jemand, der eigentlich sich relativ wenig Gedanken macht über die Welt, bisschen, also so ... Oberflächlich
00:12:52: ist,
00:12:53: genau, und viel Raum ein.
00:12:57: Also quasi nach außen geht.
00:12:59: Ja.
00:13:02: Die Quelle ist Harmony.
00:13:04: Ich habe dieses Buch von Kai Gusser für die Primärquelle jetzt nicht gelesen, aber von dem, wie sie das zitiert hat oder rausgenommen hat.
00:13:11: kommen beide nicht super gut weg.
00:13:14: Also da werden jetzt nicht die großen Stärken von diesen beiden Typen gesehen, sondern eher, dass das beides eher anstrengende Charaktereigenschaften sind.
00:14:05: Aber wie du gerade schon gesagt hast, ist es ja mehr so, dass man beide Anteile...
00:14:12: Ja.
00:14:13: dass
00:14:13: viele Leute beide Anteile kennen.
00:14:15: Und zu einer Seite vielleicht etwas mehr tendieren als zu der anderen.
00:14:19: Interessant ist auch nur kurz die der Term der Schüchternheit, weil da gibt es so unterschiedliche Quellen, habe ich in der Recherche gesehen.
00:14:25: Also, Jung hat von Schüchternheit als besonderes Charaktermerkmal der Introvertierten gesprochen, dann später hat er sich auch wieder andere Angaben geschrieben und bis heute wehren sich ganz viele Leute dagegen auch und haben sich dafür eingesetzt, dass Schüchternheit nicht um... unbedingt ein Merkmal von introvertierten Menschen sein muss.
00:14:45: Also, da gibt es so ein bisschen widersprüchliche Haltungen zu, sind introvertierte jetzt unbedingt Schüchtern.
00:14:50: Viele sagen, nein, unsere sehr geliebten Freunde drinnies, beides auf einer Seite Rampensäue, aber eine sehr introvertierte Menschen.
00:14:57: Darum geht es in dem Podcast so, dass es schon mal eine Widersprüchlichkeit, die aufgetaucht ist.
00:15:04: Was auch interessant ist, ist, dass diese Theorien oder diese Aufstellung von Jungen bis heute so krass noch überall die kleine Fingerchen drin hat.
00:15:14: Also es gibt unfassbar viele Persönlichkeits-Tests.
00:15:18: Kommen wir auch später noch mal ein bisschen drauf, wo das noch so zu finden ist als Ursprung, als Grundlage sozusagen.
00:15:24: Indrivitiert, exorbitiert ist ja... Genau, man wird es total geläufig und alle tun so, als ob man genau weiß, was es ist.
00:15:32: Aber es hat sich, glaube ich, auch, wie du schon gesagt hast, unterschiedliche... Interpretation dieser Charaktereigenschaften oder dieser Typen entwickelt.
00:15:41: Und ich finde es, muss ich sagen, ich fand es immer extrem schwer, mich da einzuorden, ehrlich gesagt.
00:15:47: Ja, verstehe ich.
00:15:48: Weil, genau.
00:15:49: Also, introvertierte Menschen, wie du gesagt hast, müssen nicht unbedingt schüchtern sein.
00:15:52: Die reden einfach nicht so gerne.
00:15:54: Also, die müssen nicht unbedingt immer reden.
00:15:56: Stimmt, du redest
00:15:57: gar nicht gerne.
00:15:58: Nein, aber die Sache ist, ich rede ja voll... Also, die Sache ist, ich kann mich, je nachdem, wie die Gruppendynamik ist, kann ich mich sehr zurückhalten.
00:16:05: Ja,
00:16:05: total
00:16:06: voll.
00:16:06: Aber ich kann auch die ganze Zeit labern, wenn ich will.
00:16:09: Also, das ist nicht... Also, wenn eine Person da ist, die... quasi, sag ich mal, sich ein bisschen Forscher den Raum nimmt, dann bin ich nicht keine Person, die sich damit anlegt.
00:16:20: Ja.
00:16:21: Aber wenn quasi, aber wenn es quasi niemand macht, dann mach ich es schon.
00:16:26: Also, dann hab ich schon das Gefühl, dass ich irgendwie den Raum füllen muss.
00:16:30: Ich hab, ich find es, weil viele Leute haben auch in den Kommentaren zu der kurzen Folge geschrieben, dass sie es eben toll, also, dass sie es gut finden.
00:16:38: Wenn es, wenn einfach nicht so viel geredet wird, wenn man Entstille miteinander ist.
00:16:43: Das merke ich, hab ich gemerkt, ne, bin ich nicht.
00:16:46: Ich mag das, also ich finde es schon entspannt, wenn es irgendwie Leute sind, die ich kenne, wenn es Leute sind, die ich nicht kenne, dann ... Das macht mich wahnsinnig.
00:16:54: Das
00:16:54: kann ich aber auch nicht aushalten.
00:16:55: Das war
00:16:56: früher an der Journalistenschule immer so.
00:16:57: Ich hatte irgendwie eine Klasse, manchmal bin ich in den Klassenraum gekommen, niemand hat geredet, ich sag, guten Morgen.
00:17:04: Keine Antwort.
00:17:05: Ich denke, was ist denn hier los?
00:17:06: Das haben wir Leute erzählt von Abendessen bei Freunden, das bei denen gar nicht gesprochen wurde.
00:17:13: Oder so ganz leise oder ganz leise oder das Leute.
00:17:15: oder das war auch dann in München, weil es manche so das Leute einfach gegangen sind, ohne dass man dann
00:17:20: die stehen auf und gehen dann einfach raus und sagen kein
00:17:22: Wort.
00:17:23: Also man verabschiedet sich nicht.
00:17:25: Also solche Sachen.
00:17:26: Vielleicht ist das genau, wenn das typisch introvertiert ist, dass man nicht so, dass man diese Dinge nicht braucht.
00:17:32: Dann bin ich auf gar keinen Fall introvertiert.
00:17:34: Weil auf der anderen Seite würde ich auch sagen, ich bin jetzt nicht so ein Mensch.
00:17:37: Also... Ja, die Frage ist... Live of the Party bin... Also an einem sehr guten Tag vielleicht, aber meistens...
00:17:43: Die Frage ist ja die.
00:17:45: Jungen hätte jetzt gefragt und ich mag ja eigentlich gerne diese Metapher.
00:17:48: Die finde ich, das finde ich wirklich eine schöne mit der sozialen Batterie.
00:17:51: Das ist ja eigentlich die große Frage.
00:17:53: Wo tankst du mehr auf?
00:17:55: Und ich glaube, das, was du jetzt schon angerissen hast, mit der Schwierigkeit dich selber einzuhorten, nimmt ja schon etwas vorweg, woran wir jetzt in der Folge auch mehrfach stoßen werden, dass das natürlich variieren kann.
00:18:05: Also, dass es auch sehr stark auf den Raum ankommt, auf deine Lebensphase und so weiter.
00:18:10: Ich will jetzt nicht zu viel vorwegnehmen, aber das ist einfach sehr, natürlich sehr unterschiedlich ist.
00:18:14: Wie stark nimmst du dir Raum?
00:18:16: Wie wohl fühlst du dich in Stille?
00:18:18: Mit wem du gerade bist?
00:18:20: Und wenn welcher Lebensphase, wie es dir geht.
00:18:23: Also es ist ganz offensichtlich sehr fluide.
00:18:26: Vor allem kein wissenschaftliches
00:18:28: System.
00:18:29: Also früher war ich auf jeden Fall super.
00:18:31: Hätte ich mich zu hundert Prozent wahrscheinlich extrovertiert genannt.
00:18:35: Aber ich konnte immer super gut auftanken, auch alleine.
00:18:37: Also ich war noch nie zum Beispiel so ein Mensch, der nicht alleine sein konnte.
00:18:40: Noch nie.
00:18:40: Nicht mal als Kind.
00:18:41: Ich habe es geliebt, alleine zu sein.
00:18:43: Und ich konnte mich immer super gut selbst beschäftigen.
00:18:45: Also wenn man darauf schaut, bin ich das eben auch gar nicht so eindeutig.
00:18:50: Mittlerweile sowieso nicht mehr so sehr, weil es mir auch alles
00:18:52: nicht so leicht fällig ist.
00:18:53: Und ich würde auch sagen, du warst da immer, oder du bist es vielleicht heute noch, aber früher auf jeden Fall mehr warst du auf jeden Fall eine Person, die viel quasi so viel Raum eingenommen hat oder viele Aufmerksamkeit auch gut ausgehalten hat oder bekommen hat.
00:19:09: Gerne haben wollte, sagst ruhig.
00:19:11: Aber am Nächsten, aber... Danach waren deine Batterien aber auch oft leer.
00:19:15: Du warst danach auch ziemlich oft erschöpft.
00:19:17: Ja, stimmt.
00:19:17: Das heißt, super, dass du danach so warst, ey, das war voll energeistig.
00:19:23: Das hat mir richtig gut getan.
00:19:25: Das stimmt.
00:19:25: So war es nicht unbedingt.
00:19:26: Nee, und es hat mich auch immer was gekostet.
00:19:28: Und es war auch irgendwie das Gefühl, ich hatte, lebte irgendwie auch in dem Gefühl, dass das eine Erwartung ist
00:19:32: von außen an mich.
00:19:33: Genau, also ich glaube auch, wenn irgendwo auch so ein, dieses Gefühl, man muss das irgendwie machen.
00:19:37: Ich muss
00:19:37: das performen, irgendwie, die extrovertiertheit, genau.
00:19:40: Und das finde ich zum Beispiel, super interessanten Punkt, weil ich glaube, dass es vielen introvertierten Menschen so ging und so geht und dass es auch ein Grund ist, warum dieses Thema jetzt doch so für viele so wichtig ist und so relevant und relatable, dass viele eben das auch so erlebt haben, gerade als introvertierte, dass sie was anderes performen sollten.
00:20:00: Also, dass ihre Qualitäten, die sie eigentlich haben in ihrer Introversion, gerne übersehen werden.
00:20:04: Das ist zum Beispiel, heißt ja, die sind in Anführungsstrichen irgendwie lahm oder unsozial.
00:20:11: haben keinen Bock, sind fleckmatisch oder haben keine guten Ideen, nur weil sie nicht als Erste hier schreien, diese Ideen.
00:20:18: Werden oft
00:20:18: über sie.
00:20:19: Genau, werden oft übersehen, bekommen vielleicht nicht die, die gern gehabtesten Rollen Aufgaben.
00:20:25: Ich denke auch wirklich an so Schulkontext.
00:20:27: Ich glaube, es ist nicht cool als Kind oder Jugendlicher extrem schüchtern zu sein, wenn man jetzt schüchtern halt damit.
00:20:34: gleichsetzen will, was ja wirklich hinterfragbar
00:20:37: ist.
00:20:37: Zurückhaltend.
00:20:38: Genau.
00:20:39: Oder leiser spricht oder was auch immer.
00:20:41: Also das sind gerade natürlich Sachen, wo man, das ist schwierig in manchen Kontexten.
00:20:46: Das ist auch im Arbeitskontext schwierig.
00:20:48: In großen Gruppen ist es schwierig, sich gesehen zu fühlen, sich gehört zu verschaffen.
00:20:53: Also ja, ich verstehe, dass da durchaus ein Defi... das Gefühl, defizitär zu sein, aufkommen kann.
00:21:00: Ja, und das ist ja auch irgendwo ein Teufelskreis.
00:21:02: Natürlich gibt es sehr selbstbewusste, introvertierte Menschen und sehr unsichere, extrovertierte Menschen.
00:21:09: Das war ich ja auch.
00:21:11: Aber ich würde sagen, aber ich kann mir vorstellen, dass wenn man letztendlich zurückhaltender ist, und man schneller übersehen wird, es schwerer ist, sich irgendwie Aufmerksamkeit, Gehör oder in irgendeiner Form Bestätigung zu bekommen.
00:21:26: dass das natürlich in einer introvertierten Haltung schneller dazu führen kann, dass man verunsichert ist.
00:21:35: Weil man weniger Abgleich bekommt und weniger Feedback vielleicht.
00:21:41: Also von daher ist es auch... Erschweren sich, sag ich mal, die Hürden so ein bisschen.
00:21:48: Also, wenn der Mensch sich schneller...
00:21:51: Kommt schnell voran.
00:21:52: ...gefeedbackt.
00:21:53: Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, wie diese Person ist und was sie macht und so.
00:21:58: Und dann ist es ja auch so, es gibt die These oder viele Leute sagen ja immer, das sagen auch zum Beispiel gerne immer Julia und Chris, dass das ja so eine, also von den Drinnys, dass es so eine Kultur ist oder eine Welt ist, die so extravertiert geprägt ist.
00:22:13: Also das zum Beispiel so was wie... Präsenz laute Kommunikation nach außen ganz doll erwartet und belohnt wird.
00:22:22: Ich kann mir vorstellen, dass die gerade in diesem Kontext, wo sie arbeiten im Medienbereich, dass das da auch so ist.
00:22:28: Also, dass der Bro, der am lautesten auf den Tisch haut, in diesen auch meisten cis-männlichen Räumen, dass es da natürlich so ist.
00:22:35: Der, der am meisten labern
00:22:37: kann,
00:22:37: der wird am Ende irgendwie belohnt.
00:22:39: Und wenn man natürlich eine zurückhaltendere Person ist, gerade als Frau in so einer Männerdomäne, check ich zu hundert Prozent.
00:22:46: dass man denkt, boah, das ist, hier habe ich aber wirklich dermaßen Nachteil und es geht zu meinen Lasten, obwohl ich so viel auf dem Kasten hab, verstehe ich.
00:22:56: Ich glaube aber auch, dass das eben unterschiedlich ist und dass man da auch differenzieren muss.
00:23:01: Ich zum Beispiel, wenn man jetzt auf den Aspekt der Kommunikativität und der extrojetierten Freundlichkeit schaut, dass da schon natürlich eine gewisse Erwartung an Frauen.
00:23:13: an weiblich gelese Personen gilt, also dass das so gesellschaftlich sei.
00:23:18: Stichwort Lächel doch mal oder das, wenn man sich jetzt irgendwie nicht immer die freundlichste Art drauf packt, dass es irgendwie manchmal schwierig ist in Alltagssituationen und dass man da manchmal Schwierigkeiten hat und sich auch darüber ärgert, dass das überhaupt von einem erwartet wird.
00:23:36: Ja.
00:23:37: So, das ist vielleicht noch ein Gedanke, den ich dazu habe.
00:23:40: Voll, ich mache hier mal ein kleines Häkchen dran, also oder einen kleinen Marker dran, weil ich glaube, da können wir auch... kann man auch anders sehen, aber es stimmt natürlich, dass gerade bei Frauen oder marginalisierten Menschen, die werden oft quasi so, das sollen so die Kita des sozialen sein und die sollen die Kehrarbeit machen und deshalb sollen sie auch quasi Kehrarbeit dann irgendwie eine gewisse Extraversion verlangt oder man das meint irgendwie.
00:24:10: und ja, das ist irgendwie, also das verstehe ich auch, diese Perspektive.
00:24:16: Die Sache ist ja auch, wenn wir jetzt schon bei den Drini sind, ganz liebe Grüße, ist ja auch dieser Podcast ist gestattet während der Pandemie.
00:24:23: Ja, während der Hochzeit, genau.
00:24:24: Und hat,
00:24:25: glaube ich, sehr vielen Leuten auch insbesondere in der Pandemie auch echt geholfen.
00:24:28: Ja,
00:24:29: voll.
00:24:30: Celebrierung des drinnen-Signs und des introvertiert-Signs und quasi darüber zu sprechen, dass es okay ist, sich zurückzuziehen und dass es okay ist, nicht rauszuwollen, auch nicht rauszuwollen und so weiter.
00:24:44: Das war natürlich etwas, was, glaube ich, viele Leute selbst, also okay, es war die Hochzeit der introvertierten, aber auch die Leute, die nicht introvertiert sein mussten das ja in sich aktivieren.
00:24:56: Also du musstest ja quasi Während der Lockdowns in dieser, musstest du ja irgendwo lernen, gut relativ alleine klarzukommen.
00:25:07: Genau.
00:25:07: Und deshalb denke ich auch, dass das Social Distancing und dieser Trend, dass wir jetzt irgendwie das Gefühl haben, Es gibt irgendwie sehr viel mehr introvertierte oder mehr Leute reden über introvertierte, dass das natürlich irgendwie zusammenhängt.
00:25:23: Die Pandemie kann da durchaus ein Katalysator gewesen sein, das glaube ich ganz sicher, das kann ich am eigenen Leib auch bestätigen.
00:25:31: Also es ist bei mir tatsächlich so, dass ich vorher viel mehr ein Social Butterfly war, dass ich so das Gefühl hatte, ich war eigentlich immer... auf irgendwelchen Veranstaltungen, ich war viel mehr unterwegs.
00:25:44: Und das war zum Beispiel auch ein Thema in meiner Beziehung, dass wir nicht so oft was zusammen machen, weil ich immer schon verabredet war oder so.
00:25:51: Und ich weiß noch, das war irgendwie ein ganz anderes Leben.
00:25:55: Und dann habe ich trotzdem das Gefühl gehabt, dass es bei vielen so natürlich ... weiß ich, dass das jetzt eine Aussage ist, die auf jeden Fall nicht auf alle zutrifft, aber dass viele auch gedacht haben, oh, so eine, diese Zwangspause in Anführungsstrichen hat mir auch ein bisschen gut getan, weil ich das Gefühl hatte, ich muss nicht mehr überall hin und ich darf auch mal was absagen.
00:26:16: Also das habe ich von vielen gehört und so ging es mir auch selber mal, dass man das Gefühl hat, okay, es ist eigentlich ganz gut, dass gewisse Druck vom Kessel mal genommen wird und dass man nicht das Gefühl hat, man muss überall hinhetzen, sondern Leute haben mehr Verständnis und sagen, ja, okay, gerade alles noch mal viel anstrengender als sonst und es ist gesundheitlich gefährlich, also wenn du dich nicht safe fühlst, bleibt zu Hause.
00:26:36: Was ja eigentlich eine schöne gute Entwicklung war und ich bin da in dieser Zeit, wir alle haben unsere kleinen drinnen Routinen für uns anders etabliert.
00:26:46: Wir haben versucht das zu romantisieren, das Schöne darin zu sehen, weil es ja auch durchaus eine sehr beängstigende Zeit war.
00:26:52: Ich persönlich habe auch wirklich in der Zeit viele, viele Ängste entwickelt und war sehr froh, dass ich schon in therapeutischer Behandlung war.
00:26:58: eine Gruppentherapie hatte, die auch online weiterging und so, weil es eben eine wirklich schwierige Zeit war.
00:27:02: Aber wir alle hingen auf jeden Fall vom Bildschirm.
00:27:05: Wir haben ja in dieser Zeit ganz unterschiedlich Verluste erlitten, Einbußen gehabt, Dinge verpasst, Dinge nicht erlebt, Dinge nicht machen können und haben uns verändert und uns vielleicht auch nicht mehr davon ganz erholt.
00:27:20: So ist es einfach.
00:27:21: Nee, das hast du eigentlich gut zusammengefasst, weil ich denke auch, also auch die ganzen Routinen oder diesen Stil, den man sich angeeignet hat, dass man irgendwie morgens sein Kaffee macht und dann weiß ich nicht.
00:27:33: Sport zu
00:27:33: Hause und seine kleinen
00:27:35: Routinen
00:27:36: und so weiter, die dann wieder abzulegen ist ja auch, also das ist dann auch irgendwie, weiß ich nicht, das ist vielleicht dann auch nicht so leicht und solche Sachen wie zum Beispiel.
00:27:48: krank zur Arbeit gehen oder so.
00:27:50: Das würde man, ich glaube, das ist viel mehr zurückgegangen.
00:27:54: Früher habe ich das total oft gemacht.
00:27:56: Ich war einfach kalt auf
00:27:58: Geburtstagen.
00:27:59: Richtig
00:28:00: krank.
00:28:00: Also so wie zum dicken Hals und so.
00:28:03: Ich bin leider total krank.
00:28:04: Ich kann heute noch bis zwölf bleiben.
00:28:06: Richtig schlimm.
00:28:07: Also solche Sachen kann man anders bewusst sein natürlich zum
00:28:09: Glück jetzt.
00:28:10: Und ja, das sind ja auch irgendwo positive Entwicklungen, also dass man nicht mehr Aber es in unterm Strich kann man sagen, Leute haben, die Grenzen haben sich verschoben.
00:28:19: Also das, was so selbstverständlich, dass man so selbstverständlich über seine Grenzen hinausgegangen ist manchmal.
00:28:26: Oder die Grenzen anders priorisiert hat.
00:28:28: Also, dass man sagt, niemand verpasst den Gewusstsein jetzt nicht, weil man krank ist.
00:28:32: Das
00:28:33: wird jetzt anders gewertet, auch aufgrund von der sozialen Verantwortung, die man dann natürlich spürt.
00:28:38: Aber das hat natürlich alles, das hat Konsequenzen, in dem wie wir zusammenkommen, in dem also man hat es ja auch, also gerade Kultureinrichtungen sehen das ja, Kinos erholen sich nicht mehr, Leute gehen einfach nicht mehr so stark ins Kino, Leute gehen nicht mehr so stark ins Theater, das kam, also man hat irgendwie Leute, es sind jetzt ein paar Jahre nach der, nach den Lockdowns und die... Das kommt nicht auf die gleiche Art und Weise zurück.
00:29:09: Es gibt andere Anstrengungen.
00:29:10: Man muss andere Hebel betätigen, um Läden am Laufen zu halten und die Öffentlichkeit um das, was zusammenkommt.
00:29:21: Ja, so am Laufen zu halten.
00:29:22: Manche Räume sind auch nie zurückgekommen.
00:29:25: und wo du gerade gesagt hast, man kostet mehr Kraft um diese Räume am Laufen zu halten, es kostet für einen selber auch erwiesenermaßen mehr Kraft, bestimmte Dinge.
00:29:33: Ich habe auch eine lust, also eine sehr gut passende Podcast-Folge gehört zur Vorbereitung dieser Explain-Podcast, The Rise of the Introverts, kommt auch in die Show Notes.
00:29:42: Da sagt auch eine Psychologin ganz klar, dass das ein sozialer Muskel ist, wenn wir zusammenkommen in großen Gruppen oder wenn wir uns diesen neuen sozialen Situationen aussetzen und dass der auch trainiert werden muss und dass das einrosten kann und dass es durchaus normal ist nach dieser Zeit sich komisch zu fühlen und andere Ängste zu haben und wir da wieder reinkommen müssen.
00:30:19: Das aber, Leute wie ich, dann vielleicht da stehen und denken, ich kann das gar nicht mehr.
00:30:25: Nun sind wir auch alle älter geworden.
00:30:26: Das kommt auch noch dazu.
00:30:27: So was verschiebt sich.
00:30:28: Natürlich haben wir alle in der Zeit gelernt, auf Dinge zu verzichten.
00:30:32: Manches haben wir uns vielleicht nie wieder zurückgeholt.
00:30:34: So ist es einfach.
00:30:35: Ja,
00:30:35: das ist nämlich auch so ein bisschen, also wir haben ja auch schon mal darüber gesprochen, dass wir eigentlich, haben wir die Pandemie erlebt, vom Anfang von dreizig bis Mitte dreißig.
00:30:43: Was relativ, war ich mal ein... Da sind wir eigentlich in The Lucky Generation auf eine Art und Weise, weil wir bei sowas wie der Einstieg in den Karriere oder so weiter, zumindest für uns, die schon das quasi so in ihren Zwanzigern hinbekommen haben oder gemacht haben.
00:30:59: Deshalb nicht so krasse Konsequenzen hatte und gleichzeitig hatten wir bestimmte soziale Erfahrungen auch schon in den Zwanzigern gehabt und, sag ich mal, ganz krasse Entwicklungsstufen, so wie Leute, das also in den Teenager-Jahren, wo man, ich meine, wenn du während der Pandemie, sag ich mal, fünfzehn warst und du kommst da raus und bist siebzehn, achtzehn Jahre alt, dann sind das natürlich, dann ist das ein Riesenunterschied.
00:31:20: und ich kann ja auch kaum vorstellen, wie das ist, diese Jahre mit relativ wenigen sozialen Kontakten verbracht zu haben, weil ich glaube da einfach, also Ich will jetzt gar nicht, ich will jetzt gar nicht so klingen, als ob ich diese, so ja, die Generationäre, also die kommen schon klar, die werden ja schon irgendwie... Aber
00:31:41: die haben ihre Sperrfolgen, das ist ja klar.
00:31:43: Aber es hat natürlich, es hat kulturelle Folgen und es hat auch, sag ich mal, psychologische Folgen.
00:31:49: Für die
00:31:49: jungen Leute, für alle möglichen Leute, ja.
00:31:51: Genau.
00:31:51: Und selbst für uns, also selbst... Auch wenn wir eigentlich sagen, man hatte schon ziemlich etablierten Freundeskreis, man hat eine ziemlich etablierte... Keine
00:31:58: Kinder.
00:31:59: Genau, man ist irgendwie in dieser sehr guten Lücke zwischen, man hat eine Foundation, die man schon aufgebaut hat, Erfahrung, die man schon aufgebaut hat und man ist noch nicht in dem Stress der Kehrarbeit gewesen, war das trotzdem jetzt keine einfache Zeit, da wieder rauszukommen.
00:32:15: Also, ich war... Also... Genau, also habe ich ja auch eine Identitätsgesellschaft, ich war super depressiv, also ich bin gar nicht klar gekommen.
00:32:24: Ja, und ich habe
00:32:25: auch eine Angststürmdiagnostiziert bekommen in der Zeit, weil ich auf einmal, ich konnte das zum Beispiel auch gar nicht ertragen, dass meine einzigen regelmäßigen Sozialkontakte auf der Arbeit waren.
00:32:35: Das fand ich so schlimm auch, also ja.
00:32:37: Und dann will ich gar nicht davon anfangen, Familien, also meine Vorstellung von einer Familie, die einen Schulkind hatte und einen kleinen Kind.
00:32:44: Da ist es einfach so... Hau.
00:32:48: Und dann natürlich haben wir... Allein
00:32:50: erziehende Mütter?
00:32:51: Wie?
00:32:52: Einfach unmöglich.
00:32:53: Und dann natürlich die diversen Menschen, die sich nicht erholt haben, die krank geworden sind mit einem schweren Verlauf oder die daran gestorben sind oder was auch immer.
00:33:01: Also natürlich gibt es da noch ganz, ganz, ganz viele weitere feine Linien, in welche Richtung wir jetzt zeichnen könnten.
00:33:07: Das würde jetzt aber den Rahmen springen, weil wir wollen ja keine Folge
00:33:10: nur
00:33:10: über die Pandemie machen.
00:33:11: Was aber, warum wir darüber reden oder was da herausgekommen ist, wo wir jetzt schon sagen, also wir sind beide rausgekommen aus der Pandemie mit... Psychischen Belastungen.
00:33:22: Ja.
00:33:23: Depression mit Anstürungen, Burnout, wie auch immer man es nennen möchte.
00:33:28: Also, ich brauchte ganz dringend Therapie.
00:33:31: Du hattest Therapie.
00:33:32: Also, es war mehr als nur Introvertiertheit.
00:33:35: Das hat auch dann gar nichts mit Introvertiertheit unbedingt zu tun.
00:33:39: Man könnte sogar sagen, die Introvertierten hatten vielleicht die größere Resilienz.
00:33:43: Ja, die haben
00:33:44: Data, The Rise of the Introverts.
00:33:46: Also, vielleicht haben die's sogar ein bisschen, sag ich mal, besser ausgehalten.
00:33:51: Aber das, was quasi auch zu einem Rückzug, zu einer Isolation, zu einer Verlangsamung in sozialen Kontakten geführt hat.
00:33:59: Weil nicht nur Introvertietheit, es waren, es sind psychische Diagnosen.
00:34:06: Und es sind auch nicht nur psychische Diagnosen in der Hinsicht von Neurodivergenz, sondern was wir jetzt gerade meinen, ist Diagnosen von Erkrankungen.
00:34:13: Also Krankheitsbilder, die man auch wieder heilen kann.
00:34:17: Und dann gibt es aber, die werden aber auch oft gerne zusammengeworfen mit ... Sag ich mal ...
00:34:24: ADHS, so
00:34:25: ein Beispiel.
00:34:26: ADHS war das nicht das Gleiche.
00:34:27: Also, noch die Bergenzen und psychische Erkrankungen sind nicht das Gleiche.
00:34:30: Aber irgendwie kommt das alles ... Schwimmt
00:34:33: das immer so alles in einem Pot jetzt gerade?
00:34:35: Genau, schwimmt das alles in einem Pot.
00:34:37: Es gab da natürlich letztendlich, sag ich mal, die Pandemie dazu geführt, dass wir mehr, sag ich mal, auch vielleicht ein größeres Interesse hatten an psychologischen Themen, an diesen ganzen Fragen, weil wir mehr damit konfrontiert waren.
00:34:52: Und
00:34:53: auch im Umfeld.
00:34:54: Und im Umfeld und so weiter.
00:34:56: Also
00:34:57: irgendwo,
00:34:58: sag ich mal, was wir feststellen, also das meinen wir damit, wenn wir sagen, irgendwie wird in der Intro, unter diesem Dach der Introvertietheit irgendwie jetzt so sehr viel behandelt.
00:35:09: gibt es irgendwie Leute, die dann quasi sagen, ich bin introvertiert, weil ich hab eben Excitie und ich bin introvertiert, weil ich hab, bin hochsinnsehbe, ich leite unter, oder ich leite unter Depressionen und so weiter.
00:35:20: Oder Leute, die sagen, ich bin introvertiert, weil ich autistisch bin oder so weiter.
00:35:24: Genau.
00:35:26: Und das sind alles irgendwie, also hier gibt es irgendwie eine Ungenauigkeit oder auch eine ... So eine Frage von, was ist jetzt quasi permanent?
00:35:39: Ja.
00:35:39: Was ist wirklich eine Charaktereigenschaft?
00:35:41: Wer sortiert das alles für uns?
00:35:43: Wer sortiert
00:35:43: das alles für uns?
00:35:45: Und irgendwie, finde ich, wird das alles so ein bisschen auf dem gleichen Blatt behandelt.
00:35:49: Ja.
00:35:49: Und wenn ich auf dem gleichen Blatt mein sage, dann meine ich eigentlich, dass wir erleben es her Social Media.
00:35:54: Ja, genau.
00:35:55: Was natürlich auch mit der Pandemie zu tun hat, weil ... Wir während der Pandemie, wo vielleicht diese Fragen, was ist eigentlich, wer bin ich eigentlich, was ist los mit mir?
00:36:03: und irgendwie verändere ich mich und irgendwie kann ich bestimmte Dinge nicht und ich komme an meine Grenzen.
00:36:07: Natürlich auch diese ganzen Zugänge, eine Therapie zu finden, war in der Zeit super schwierig.
00:36:14: Alle brauchten gewühlt Therapie.
00:36:16: Und dann hatte man quasi auch nur Social Media oder hat sich natürlich ans Internet gewendet in der Frage, was ist denn ...
00:36:23: Was ist los mit mir?
00:36:24: Genau.
00:36:26: Und dann ... ist, glaube ich, da viel auch durcheinander gegangen.
00:36:30: Ja.
00:36:31: Da wurde dann sowas wie bestimmte psychische Erkrankheiten, mit bestimmten Diagnosen, neurodivergenten Diagnosen, mit bestimmten Persönlichkeits-
00:36:43: Traits.
00:36:44: Traits,
00:36:45: selbst so Sternzeichen oder so.
00:36:47: Ja,
00:36:47: ja.
00:36:48: Energien.
00:36:49: Energie,
00:36:50: alles auf einer Linie.
00:36:51: Ja,
00:36:51: ja.
00:36:52: Und es war so ein bisschen diese Frage.
00:36:54: Also auch weil vielleicht, ich mein, die gleiche Strömung, sagen wir mal, ich nehm jetzt mal die Sternzeichen als Beispiel.
00:37:03: Weil manchmal, weil Leute dann auch, also ich hab auch einen kleinen, auch während der Pandemie, hab ich auch Charokarten gelegt.
00:37:10: Ich fand's irgendwie, hab ich auch so ein bisschen so ein ... Also auch das war für mich so ein Versuch, irgendwo ... mich mit dieser ungewissen Zukunft auseinanderzusetzen.
00:37:22: Aber ... Also die Sache ist, man sucht dann irgendwie in diesen unterschiedlichen, sehr unterschiedlichen Formen von so was ist, wie bin ich, was ist los, wie kann ich irgendwie, wie muss ich in die Welt gehen, wer bin ich?
00:37:32: und dann werden aber diese ganzen Antworten, die auf sehr unterschiedlichen, sage ich mal, unterschiedlichen Blättern stehen, alle so vereint und das oder so, dann gibt es so eine Konvergenz, also so alles wird irgendwie zu einer flachen Masse.
00:37:46: Und also das ist glaube ich nicht so gut.
00:37:48: Nee,
00:37:49: es ist auf jeden Fall so, dass ich das Gefühl auch habe, also ganz sicher ist es ja einfach auch so, dass... Insozialen Netzwerken, Algorithmen am Werk sind, die natürlich sowas dann auch verstärkt dir einspielen, weil sie merken, du bist an so einem Content interessiert.
00:38:05: Dadurch bekommst du das auch mehr.
00:38:06: Dadurch wird es dann bei dir schon mal im Kopf ganz stark normalisiert und präsent und du fühlst dich, findest dich vielleicht darin wieder.
00:38:14: Du hast immer Aha-Momente, aber du hast ja auch in allen diesen Themen irgendwie so oft, wenn es um irgendwelche... Persönlichkeits-Tests gilt, aber auch wenn es zum Beispiel um gewisse Bereiche der Neurodivergenz gibt, so manchmal so.
00:38:29: Total vereinfachte Checklisten, also ich meine nicht offizielle Dinge, sondern sowas im Internet in Reels, kleine Listen, irgendwelche lustigen Memes, wo du dann natürlich dich darin wiedererkennst.
00:38:42: Also da sind wir wieder ein bisschen, diese heiße Parallele mit den Sternenzeichen, die natürlich mit Vorsicht zu genießen ist, aber die ich trotzdem nochmal aufgreife, weil es immer so ein Confirmation bei ist.
00:38:53: Also immer so ein Aha, das trifft auch auf mich zu.
00:38:56: Also wie viele Listen ich schon gesehen habe oder Reels oder... das auch immer, wo es sich spezifisch um ADHS eigentlich dreht.
00:39:02: Und ich immer denke, das bin ich auch.
00:39:04: Aber ich hab ganz sicher kein ADHS.
00:39:07: Alles andere als das.
00:39:08: Und das ist dann so.
00:39:10: Und irgendwie, jetzt meine Mama sagt auch, ich hab wahrscheinlich ADHS, sei ihr gegönnt, das ist alles gut.
00:39:17: Also wir reden ja auch darüber und das finde ich auch gut.
00:39:19: Und sie soll gerne sich eine Diagnostizieren lassen.
00:39:24: Und ich weiß, dass das ganz vielen hilft.
00:39:25: Aber Ich sag mal so, Social Media ist natürlich der falsche Ort, um sich rein dort darüber zu informieren.
00:39:30: Also Social Media kann vieles.
00:39:33: Und das Internet selber ist sicher auch, oder alle sind sich uneinig, ob diese Möglichkeit zur Selbstdiagnose jetzt Fluch oder Segen ist.
00:39:41: Es kann halt sehr hilfreich sein, weil man kann sich informieren, man kann Gleichgesinnte finden, niedrigschwellig an Informationen kommen und vielleicht auch Hilfe bekommen, Tipps austauschen.
00:39:50: ... zu Enttohabuisierung beitragen.
00:39:54: Genau, es ist ja auch nur ... Also, ich glaube, das Problem ist ... ... weil ich hab nämlich auch ... ... genau ... ... hab ich auch irgendwann gedacht, ich hab so, ah ... ... also ich hab so einen Checklist, ich hab so, ah, klar ... ... ich hab ADS, das ist so clear.
00:40:04: Und die Sache ist, ich würde auch sagen ... ... also ich war ja immer irgendwie ... ... ein sehr ... ... schusseliges, vergessliches Kind oder so ... ... und war auch manchmal ... ... weil ... ... wussten Content mir nicht erklären ... ... wie manche Sachen ... ... wie ich so abgelenkt sein konnte ... ... und ich war ein träumerisches Kind und so weiter.
00:40:19: Gibt viele ... Anlässe für mich zu sagen, vielleicht hab ich an der Esse.
00:40:24: Die Sache ist nur, also ich komm ja irgendwo zurecht.
00:40:29: Also die, auch die, meine Vergesslichkeit, meine Schusseligkeit und so weiter, das sind alles Dinge, die mich irgendwie immer begleiten.
00:40:36: Aber ich schaffe es ja irgendwie, mich irgendwie zu raffen.
00:40:41: Also ich hab ja alles irgendwie geschafft, manchmal mehr.
00:40:43: Und also ein bisschen Allfunctioning.
00:40:46: Genau, jetzt könnte man sagen, ah.
00:40:47: Aber ich bin High Functioning.
00:40:49: Heißt, ich bin einfach sehr gut, darin meine Symptome auszugleichen.
00:40:57: Dann ist ja aber die Frage, ja, wenn ich das aber dann schon kann, reicht es dann nicht.
00:41:03: Also dann vielleicht ist das Thema dann nicht mehr so relevant.
00:41:10: Aber irgendwie habe ich das Gefühl, diese Frage mit diesem High Functioning, ich weiß nicht.
00:41:14: Ich finde, das ist schon ein problematischer Ansatz, weil es baut einen gewissen Druck auf betroffene Menschen, die sehen ja Leute, wenn du jetzt zum Beispiel damit offen umgehen würdest, du bekommst eine Diagnose, du hast ADIs oder du hast es nur für dich selber ganz sicher beschlossen.
00:41:32: dir ja jetzt erstmal keine Absprechen möchte, dann sehen die das ja und denken ja und die Alice kriegt aber hin.
00:41:38: Die Alice schreibt ein Buch nach dem anderen und ist erfolgreich und ich schaffe das nicht.
00:41:43: Gleichzeitig könntest du dann ja auch auf einem Panel sitzen zum Thema ADHS und da einen Platz einnehmen.
00:41:49: Und dann ist die Frage, wo geht dann jemand hin und sagt, die will aber deine Krankenkassen-Aktion, deine Krankenkassenkarte checken, ob du das hast oder nicht.
00:41:58: Also jetzt in die Tüte gesprochen, quatscht, aber Ich meine nur, irgendwie ist halt, je nachdem, also es muss doch irgendwie möglich sein, in diesen ganzen Buzzwords, zu denen diese Dinge ja ein wenig verkommen, muss man ja einfach so sagen, es ist ja eine Wahrheit, da ein gewisses Loyal Pan intended Spektrum ausmachen zu können, auf dem Leute eingeschränkt sind dadurch.
00:42:24: Das ist nämlich die Sache, weil irgendwann verliert man dann so ein bisschen den Plot, weil wenn es dann heißt, also wenn solche Diagnosen, quasi eigentlich dazu da sein sollen, um zu zeigen, dass du bestimmte Dinge kannst und bestimmte Dinge nicht kannst.
00:42:38: Dann aber quasi auch es Leute gibt, die sagen, ich hab die Diagnose, aber ich kann diese Sachen trotzdem.
00:42:44: Dann ist die Frage, wo dann wird diese Diagnose mehr eher so eine Sache von, ich lerne mich einfach besser kennen.
00:42:51: Ja.
00:42:52: Und dann ist man dann schnell wieder in Richtung Selbstoptimierung, Persönlichkeits-Test und einfach so, dann wird das einfach nur etwas, wo man so ein bisschen besser, dass man weiß, man tendiert eher dazu, das zu machen oder man tendiert eher das so und so zu machen.
00:43:09: Man braucht vielleicht irgendwie, man kann besser sich in zwanzig Minuten Intervallen konzentrieren und nicht irgendwie drei Stunden am Stück oder so.
00:43:18: Aber wenn ADRS quasi auf sowas reduziert wird, dann ist es, glaube ich, für manche Leute, die wirklich, sag ich mal, ein bisschen schwerere Konzentrationsschwächen haben, die wirklich eingeschränkt sind dadurch und wirklich sagen müssen, leider sich eingestehen müssen, dass sie bestimmte Dinge vielleicht nicht so machen werden können.
00:43:39: Sie können das einfach nicht leisten.
00:43:41: Wie zum Beispiel jemand mit einer dyslexie, mit einer schweren dyslexie, jetzt einfach nicht in Redaktion sitzen werden.
00:43:49: kann und sagen, ich kann das hier redigieren oder ich kann das... Der Mann von
00:43:54: meiner
00:43:54: von Julia,
00:43:55: der Schauspieler, der kann seine Lines, der muss jemanden haben, der ihm die aufsprecht auf dem Tape, weil er wird die Lines nicht lesen können.
00:44:04: Ja.
00:44:04: Also er kriegt die nicht viel auf freien, kopffreien.
00:44:06: Genau.
00:44:06: So Beispiel.
00:44:07: Und weil ich ja auch öfter schon gesagt habe, man wurde, ich wurde hier mit einer Leserrechtschreibschwäche, wurde mir an der Grundschule so... nahegelegt.
00:44:15: Ich hab auch immer schlechte Rechtschreibungen gehabt, immer.
00:44:19: Also immer eine Note schlechter bekommen wegen Rechtschreibungen.
00:44:22: Hätte ich ... Aber die Sache ist, sie ist ja nicht ... Also, vielleicht bin ich auf dem Spektrum, tendiere ich ein bisschen zu einer Divergenz.
00:44:30: Vielleicht bin ich, sag ich mal, schlechter als die Norm, wenn es um Lesen und Rechtschreibungen geht, weil ich auch dafür, dass ich sehr viel lese, finde ich immer noch sehr langsam lese.
00:44:39: Aber dennoch schaffe ich, ich mein, ich will einfach sagen ...
00:44:42: Ich krieg's ja hin.
00:44:43: Ja, ja, genau.
00:44:44: Und dann ist ja die Frage... Und für mich ist die Möglichkeit, das aufzumachen und zu sagen, vielleicht bin ich hier einfach auf einer Neuronebene benachteiligt.
00:44:59: Vielleicht komme ich einfach nicht dahin.
00:45:00: Gib mir irgendwo eine Erleichterung.
00:45:02: Ja.
00:45:03: Aber dann ist es trotzdem ein bisschen schwierig, das dann quasi so als... Als Tatsache so von mir, also dann quasi zu sagen, ich bin die Person, die das hat, weil es ist dann immer noch relativ
00:45:16: marginal.
00:45:17: Mit kleiner Teil in deinem Leben trotzdem.
00:45:18: Genau.
00:45:19: Und das ist ja, also, und dann haben wir jetzt das Problem, dass es aber gerade bei Social Media gibt, dass das ja viel, also halt Functioning-Menschen mit einer Diagnose, wo sie quasi fäscht, dass sie Neurodivergenzen auf eine gewisse Art und Weise, sei es Autismus, sei es ADHS, sei es Hypersensibilität oder ... Ich weiß nicht, was man jetzt offiziell testen kann, was nicht, aber eigentlich relativ...
00:45:42: nach außen hin?
00:45:43: Ja, keine
00:45:43: Hilfe brauchen, keine Assistenz brauchen, und so weiter.
00:45:46: Erfolglig
00:45:47: sind?
00:45:47: Ja, erfolgreich sind, vielleicht noch nicht mal Medikamente brauchen.
00:45:50: Und dann haben wir, also dann kriegen wir, glaube ich, ein relativ vereinfachtes oder auch nur dieses privilegierte, das passiert ja oft mit Marginalisierung, dass man nur quasi die privilegierteste Version von einer Marginalisierung
00:46:02: sieht.
00:46:02: Die nehmen dann den Raum ein, sozusagen.
00:46:04: Genau.
00:46:04: Also, dass man... Und dass das dann wieder darum dazu führt, dass manche das Leute sowas sagen, ja, ich bin auch ein bisschen autistisch.
00:46:10: Ja, ja.
00:46:11: Also so, und dann wird autistisch auf einmal so ein Wort für introvertiert.
00:46:16: Ja.
00:46:16: Für socially awkward.
00:46:19: Ja.
00:46:19: Ja.
00:46:20: Das ist aber nicht das gleiche.
00:46:22: Es ist
00:46:24: sehr gut hergeleitet.
00:46:27: Das ist zumindest ein bisschen mein Problem.
00:46:30: Oder auch das Problem, was ich jetzt irgendwie in dieser pop-psychologischen Kultur sehe.
00:46:35: Das alles irgendwie so ein bisschen verschwimmt.
00:46:38: Und das ist natürlich irgendwie... vielleicht auch gut ist, zu sagen, wir machen eben diesen, wir gucken auch irgendwie auf diesen Teil des Spektrums, die eigentlich sich nicht total krass abweicheln von der Norm.
00:46:52: Da gibt es auch ganz viel zu sehen oder zu differenzieren.
00:46:55: Das ist ja auch irgendwo gut, aber auf der anderen Seite macht das irgendwie bestimmte Dinge unsichtbar und es hat dann auch wiederum... Dann ist dann immer so die Frage, die ja generell bei Fragen von ...
00:47:07: Repräsentationen.
00:47:08: Repräsentationen, aber auch Fragen von, sag ich mal, generell, wenn es um ... ... Nora, die wir gerne es geht, wenn es um jegliche Form von Behinderung geht, ist, wie geht man darum mit um, dass man Menschen Fähigkeiten abspricht
00:47:21: ... ...
00:47:22: oder zutraut?
00:47:23: Da gibt es ja einfach, das ist ja einfach eine generelle
00:47:25: Diskussion.
00:47:26: Ja, klar.
00:47:27: Also kann man sagen ... Unendliche,
00:47:29: ätische Diskussion immer.
00:47:30: Genau,
00:47:31: also wie selbstständig ... für Leute, die eine in irgendeiner Form behindert werden von dieser Gesellschaft.
00:47:38: Inwiefern kann man sie dazu ... können sie aus ... Können Sie lernen, damit umzugehen?
00:47:45: Das hat auch was mit Privilegien zu tun.
00:47:47: Inwiefern sind die Hürden einfach zu hoch?
00:47:49: Ja, und Deutschland steht super schlecht da in Sachen Inklusion.
00:47:52: Also richtig, richtig schlecht.
00:47:54: Und so sucht sich auch in dieser bräsigen Untätigkeit, da mehr zu machen.
00:47:59: Im Gegenteil, es sieht immer wieder, hört man, was wieder irgendwie hier für eine Kürzung und dafür ein Gesetz erlassen wird, dass das Gefühl immer schwerer oder nicht leichter wird für behinderte Menschen.
00:48:12: Unterstützung zu kommen und ja, überhaupt gesehen zu werden, wahrgenommen zu werden.
00:48:17: Und natürlich ist es so, wie du sagst, man sieht dann gefühlt immer gleiche Gesichter, Menschen, die aber natürlich auch ganz... richtig immer sich klar positionieren und sagen, es ist nicht richtig, nur mich zu hören, hört auch die anderen.
00:48:31: Aber es ist halt einfach ein bisschen schwierig, wenn man da keine Unterschiede mehr machen kann.
00:48:36: Also zum Beispiel, wenn wir jetzt von Autismus sprechen, dass man irgendwie natürlich, das ist einfach schwieriger, es da Fortschritte zu erzielen und zu verargumentieren, warum was getan werden muss, wenn irgendwie alle ein bisschen autistisch sind und eigentlich schon klar kommen.
00:48:52: Weißt du, was ich meine?
00:48:53: Und jetzt irgendwie auch nicht so, ne?
00:48:55: Ja, und dann auch so diese Frage, also auch so eine, also ist für mich wirklich eine offene Frage, auch diese Frage von ihm, du hast es ja schon angesprochen mit der Repräsentation, also so, dass man dann das Leute sagen, ah, sie sind autistisch, aber sie entsprechen dem Klischee nicht, heißt, sie sind gar nicht, es ist nicht schlimm für sie, wenn irgendwie was weiß ich, was an ihrem, an ihren, wenn nicht alles exakt an seinem Platz ist oder so weiter.
00:49:21: Und dann ... war es natürlich irgendwie dazu viel zu sagen, ja, okay, das kann auch alles ganz anders aussehen.
00:49:27: Aber die Sache ist, es kann auch genau so aussehen.
00:49:31: Und dann ist es, wenn man dann dem Stereotyp entspricht, ist es irgendwie schlecht.
00:49:37: Ja, ja, ja.
00:49:37: Es baut da auch noch mal Druck auf.
00:49:39: Genau.
00:49:39: Es ist dann, ja, also da, also durch diese, durch diese Repräsentation, der sag ich mal, eher privilegierteren Teil, durch die Überrepräsentation.
00:49:53: verschiebt sich, glaube ich, kann es natürlich, also auf jeden Fall positive Effekte haben, dass wir mehr darüber reden und das mehr einberechnen.
00:50:00: Aber ich bin mir nicht sicher, ob Leute, die wirklich sehr schwer von Neuro, die wir ganz betroffen sind, also sage ich mal, auf
00:50:05: einer
00:50:06: Wechseln vom neurotypischen,
00:50:09: ob die
00:50:09: so sehr davon profitieren, da bin ich mir gerade... Das ist so ein bisschen die eine Sorge, die man so hat.
00:50:16: Also wie du ja gerade schon gesagt hast, verhindert es nicht irgendwo eine gewisse Inklusion, das Thema irgendwie so aufzubreiten, dass man sagt, wir sind alle ein bisschen noch vegan sozusagen.
00:50:30: Und dann ist die Frage, was kann man Leuten zutrauen und wie sehr können Leute dann in die Eigenverantwortung gehen?
00:50:34: und wie sehr kann man trotzdem noch sagen, Also, wie viele Ansprüche kann man noch an Menschen stellen?
00:50:39: Ja, ich hab dazu zwei Gedanken.
00:50:41: Die eine ist natürlich, dass es einfach auch ein Problem ist, dass es so wahnsinnig viele so falsche Informationen gibt und dann auch einfach super viel Quatsch.
00:50:50: Leute machen einfach Quatsch im Internet.
00:50:52: Das verkommt dann zu irgendwas.
00:50:54: Das bedeutet dann einfach alles nichts mehr.
00:50:56: Wörter bedeuten da nichts mehr irgendwann.
00:50:58: Also gestern hab ich dieses Meme gesehen, BPD, BADDY.
00:51:03: Bipolar, BDP.
00:51:05: Bipolar Disorder war das Ding.
00:51:08: Und dann, ich dachte, das ist so auch so ein Real, so nicht sagen, das ist irgendwie, das bedeutet jetzt gar nichts mehr.
00:51:16: Also ist das auch nicht wissenvermittelnd, ich verstehe, dass das irgendwie... Ja, es kapistisch ist und dass wir uns da gerne drin, also dass wir uns gerne verlieren in Themen und dass es spannend ist.
00:51:29: Und das ist einfach Poppsychologie, wie du sagst, halt der Content ist gerade total angesagt.
00:51:34: Und ich weiß auch, dass das ja auch, und das ist ja wichtig, nochmal zu sagen, dass der zweite Gedanke eine Lücke füllt, dass unser System nicht funktioniert, dass Menschen ausreichend Therapie bekommen und ausreichend diagnostiziert werden in ihren Problemen, die sie haben.
00:51:51: einfach wissen, es ist Unterversorgung da.
00:51:54: Das heißt, es ist ja klar, wann immer Unterversorgung da ist, stürzen sich die Leute natürlich auf niedrigschwelligere Angebote.
00:52:00: Und es gibt ja auch jetzt schon die Gefahren mit KI, dass Leute die KI-Chat-GPT benutzen als Therapiesatz und so weiter.
00:52:07: Also, es ist, glaube ich, absolut gerechtfertigt, dass wir hier mal, ja, dass wir uns darüber unterhalten und gucken, wo da eben problematische Punkte rum.
00:52:19: ... rumschwören.
00:52:21: Mein Problem ist auch zum Beispiel, dass oft, wenn Leute jetzt Konflikte haben oder in Beziehungen und so weiter oder in Freundschaften, dass dann auch sehr schnell ins Spiel kommt, ah, wahrscheinlich bist du, ah, wahrscheinlich hast du, also wahrscheinlich bist du ... ... nazist.
00:52:37: Auch so eine Ferndiagnose, genau.
00:52:39: Genau,
00:52:39: du bist nazist oder du bist irgendwie du, ähm,
00:52:41: genau,
00:52:42: hast ... bei Polar oder hast Borderline oder irgendwas, muss es sein, dass dieses Verhalten irgendwie recht
00:52:51: nicht,
00:52:52: weil man merkt, so ... Und das kann ja auch vielleicht ... Vielleicht ist das ein guter ... Also vielleicht ist es auch nicht schlecht.
00:52:59: Mir hätte das auch geholfen, bestimmt.
00:53:00: Verhaltensweise für mich einfach zu erklären.
00:53:03: Aber manchmal ist es das auch nicht.
00:53:05: Ja, genau.
00:53:05: Das
00:53:06: ist eben auch nicht die Sache.
00:53:07: Also manchmal ist es so, dass Leute ... nicht mehr einfach grundlos scheiße sind, also liegt da immer irgendwie eigentlich dahinten eine Diagnose hinter.
00:53:20: Ja.
00:53:21: Oder ist es vielleicht, ist es gut, Leute so zu betrachten, also immer Menschen weniger als, sag ich mal, moralisch verwerfliches Verhalten, sondern mehr als so, das muss man, da brauchst du
00:53:36: Kehr sozusagen.
00:53:37: Ja,
00:53:38: ja, die Erklärung, genau.
00:53:40: Vielleicht bin ich da auch ein Millenian, so habe ich so ein bisschen wie so ein Boomer.
00:53:45: Einfach Probleme damit irgendwie dieses neue Framing irgendwie auch anzunehmen.
00:53:49: Weil ich das nicht kenne.
00:53:52: Bei uns hat das auch niemand gemacht.
00:53:54: Wir sind ja auch irgendwo klack.
00:53:56: Und wir mussten da auch irgendwie durch.
00:53:58: Nein, aber vielleicht ist es... Ja,
00:53:59: ja, ja.
00:54:00: Aber... Weißt du,
00:54:02: wo es mich stört?
00:54:02: Es stört mich dann, wenn es zu so einer Ausrede wird, um wieder am Anfang zu kommen und so eine Entschuldigung für alles und so eine festgeschriebene Persönlichkeitsbeschreibung wird, aus der Menschen auch sich nicht mehr bemühen, rauszukommen.
00:54:16: So, jetzt nochmal wieder das Thema in eine andere Richtung.
00:54:20: Umzulenken, weil es ist einfach so.
00:54:23: Und das kam auch als Feedback für die kurze Folge.
00:54:26: Und das finde ich ganz wichtig, nochmal zu sagen, dass es in der Therapien, in der Regel nicht heißt, ach, du bist so wie du bist mit deinem Problem.
00:54:34: Good for you, bleib so, musst nix ändern.
00:54:37: Sondern im Gegenteil, es heißt ja auch nie, schließ dich ein und zurück.
00:54:40: natürlich geht's um Grenzen und du lernst.
00:54:43: deine Grenzen zu verteidigen und zu entscheiden, wo muss ich Grenzen setzen und so weiter.
00:54:47: Und vielleicht schwankt das auch mal.
00:54:48: Mal ist das extremer nötig, mal kann man das wieder etwas zurückfahren.
00:54:53: Ich will nicht sagen, dass das nicht.
00:54:54: Auch das ist total beweglich und unterschiedlich.
00:54:57: Aber die Idee dahinter ist ja immer zu sagen, wir stellen uns unseren Ängsten, wir gucken uns unsere Probleme an und lernen mit denen umzugehen und versuchen, daran was zu ändern.
00:55:08: Also es ist ja immer diese Idee erst mal.
00:55:11: Und das Was du gerade ja nochmal zum Schluss genannt hast mit diesem, ich drücke jemandem vielleicht aus der Ferne meine Ferndiagnose auf, weil das leichter ist sozusagen, dann das Problem irgendwie anderweitig anzuschauen.
00:55:26: Ja, Leute lieben halt einfach Labels.
00:55:28: Das war der Gedanke, den ich auch noch fragen
00:55:29: wollte.
00:55:30: Leute lieben Labels genau und wollen dann quasi letztendlich ist ja auch, also ich denke auch...
00:55:35: Die lieben auch diese Bindungstypen, die ja auch wieder bei den Galcos der Jungen inspiriert sind.
00:55:39: Ja.
00:55:39: Leute leben das einfach.
00:55:41: Ja, und es kann ja auch, also ich würde auch sagen, alle diese Dinge, auch Selbstdiagnosen, können ja auch, sag ich mal, für den, die man... Das war
00:55:47: ein anderer Typ, ja, egal.
00:55:48: So oder
00:55:49: so.
00:55:49: Also es kann ja auch, ich kann ja auch vorstellen, also sag ich mal, die Auseinandersetzung und ADHS für mich persönlich.
00:55:56: Ist es hilfreich?
00:55:57: Ob ich es jetzt habe oder nicht?
00:55:58: Ist es hilfreich?
00:56:00: War bestimmter Content hilfreich zu sagen, okay, wenn man abgelenkt ist und wenn man sich nicht konzentrieren kann und was kann man da machen und was hilft und so weiter?
00:56:09: Einfach nur, sich Raum zu schaffen, um zu sagen, ja, vielleicht ist einfach so Wille und Durchsetzung gerade, man muss da einfach irgendwie mal... Du musst dich jetzt einfach mal besser erinnern.
00:56:19: Vielleicht funktioniert das nicht.
00:56:20: Vielleicht musst du dir einfach Methoden suchen, die irgendwie mit deinem Gehirn, also wie dein Gehirn funktioniert, dann einfach an das dann anzupassen.
00:56:28: Das hat mir persönlich auch geholfen.
00:56:32: Also ob ich jetzt, ob das jetzt zu tritt auf mich oder nicht, das mag ich an, sage ich mal, dieser Kultur.
00:56:39: Aber auf der anderen Seite, wie gesagt, glaube ich auch, dass alles kategorisiert werden soll und alles diagnostiziert werden soll.
00:56:46: ... dann irgendwie ... ... sag ich mal ... ... ein Sternzeichen genauso viel ... ... Werte ... ... also genauso viel über dich aussagt ... ... wie eine Diagnose und so weiter.
00:56:57: Das ist alles ... ... das finde ich da ... tut sich bei mir irgendwie so ein Unwohlsein auf, dass ich denke, so ein...
00:57:05: Jetzt wird ja dann alles auch so hintereinander gehangen.
00:57:06: Genau.
00:57:08: Aber nee, ich bekomme auch gerade darauf, du hast ja gerade schon die Bindungstypen und so weiter und wir haben ja auch so ein bisschen angesetzt diesen Maya Bricks Test, der wirklich auf Kalkus-Verführungspsychologische
00:57:19: Typen
00:57:20: basiert.
00:57:21: Wie ist es so verschieden
00:57:23: zu den Menschen, wo
00:57:24: man so similar Probleme hat, aber man sieht sie in unterschiedlichen Richtungen, und man wird sich auch in diesen Szenarien und fühlt sich auch anders an.
00:57:31: Es
00:57:31: ist alles
00:57:32: von der MEIAS BREAKS PERSONALITY Type Indikator, und es gibt vier verschiedene Domain, die wir hier durchgehen können.
00:57:40: Das erste, was die meisten Leute denken, ist, ist es ein Extravert oder ein Introvert?
00:57:45: Und ich hab den noch nie gemacht, wir haben im Vorgespräch schon darüber geredet, dass das ein sehr langer Test ist, der irgendwie dir dann zu Fragen stellt, die wirklich so ein bisschen darauf ankommt, in welcher Situation du sie beantwortest, also so was war das so.
00:57:57: Zum Beispiel nach einem ausschweifenden Abend mit vielen Menschen fühle ich mich schnell erschöpft, ein wenig erschöpft.
00:58:07: Ein bisschen erschöpft, erschöpft.
00:58:08: Also es ist auch eine wahnsinnig weite Skala.
00:58:10: Also es gefühlt immer acht, acht Punkte, die du vergeben kannst.
00:58:14: Also super, super noisiert.
00:58:16: Man ist ja auch die Frage an was denkst du, an welche Freunde denkst du.
00:58:19: Ich bin nicht bei jedem Treffen gleich erschöpft.
00:58:21: Kommt drauf an, mit wen ich
00:58:22: mich treffe.
00:58:23: Also das ist... Ja.
00:58:25: Und dann, also dann hat man, dann setzt man so Dinge so fest und... verbaut sich so ein bisschen die Möglichkeiten, zu sagen, das kann sich aber auch ändern.
00:58:37: Also es ist vielleicht jetzt gerade so.
00:58:39: Ja.
00:58:39: Und wenn man aber, wie dieser Maya Bricks Test, die einfach... Also...
00:58:43: Das Festschreibt.
00:58:44: Ja,
00:58:44: das Festschreibt und sagt, das ist deine Identität, das ist, das ist, so bist du aufgebaut.
00:58:50: Und dann stellt man fest, also sehr viele Leute stellen fest, wenn sie mal Bricks Tests irgendwie, weiß ich nicht, drei Jahre später machen.
00:58:55: Ja, ich hab den mehrfach gemacht, bin immer was anderes.
00:58:57: Immer.
00:58:58: Dass man halt, dass man sich auch ändert.
00:59:01: Also, dass man, dass man, dass man vielleicht in dem Moment vielleicht so ist.
00:59:09: Ja, Lebensphase,
00:59:10: Alter.
00:59:12: Früher war ich griffender, heute bin ich Ravenclaw, wenn ich so einen Test mache.
00:59:15: Siehst du?
00:59:15: So, nämlich.
00:59:16: Aber ich will gerne eine Hip-Hop-Werbung machen.
00:59:18: Ja, aber es ist ja ein Beispiel.
00:59:20: Genau so was.
00:59:22: Also, es kommt auch wahnsinnig viel.
00:59:24: Sie sind nicht per se.
00:59:25: alle immer falsch und sie können einem durchaus etwas geben, helfen, etwas über sich zu begreifen und manchmal, ich bin die erste, ich hab's wirklich, das hat mir so oft geholfen, so Worte für etwas zu finden, was mit mir los ist.
00:59:38: Dass ich, ach so, also diese Erkenntnisse sind ja unheimlich... hilfreich und entlastend.
00:59:44: Und ich verstehe das.
00:59:45: Aber du hast jetzt diesen Maya Bricks Test angesprochen.
00:59:48: Der wird jetzt zum Beispiel auch in Einstellungsverfahren benutzt.
00:59:51: Und es gibt ja ganz viele dieser Persönlichkeitstypen Einteilungen, die so kritikwürdig sind.
00:59:56: Also auch zum Beispiel unter Rodersteiner Waldorf, die Temperamente, Big Five.
01:00:01: Gibt's ganz, ganz, ganz viele Sachen, die so sich alle irgendwie an diesen Theorien entlang hangeln oder darauf berufen, wo man einfach gucken muss, so macht das überhaupt Sinn, so menschenkategorisch so einzuteilen.
01:00:17: Und natürlich verstehe ich, dass das Spaß machen kann, dass das interessant ist.
01:00:22: Aber wir halten jetzt nochmal fest, es ist eben, ja, es sind Persönlichkeitstrades und die brauchen halt auch nicht... Die gleiche Rücksichtnahme wie echt Diagnosen.
01:00:34: Es ist einfach wichtig, eine Unterschied zu machen, das zum Beispiel um jetzt nochmal auf unser Hauptthema zu kommen, zu sagen, Introversion ist eine Präferenz.
01:00:42: Ich kann sagen, ich mag das lieber, mir ist es besser, mir geht es besser, ich brauche das so und so, ich kann das formulieren.
01:00:48: Aber soziale Ängste oder andere... psychische Belastungen, die wir eben aufgezählt haben, die brauchen was ganz anderes.
01:00:57: Und die sind, brauchen eine ganz andere Behandlung.
01:00:59: Da ist ein ganz anderer Leidensdruck da.
01:01:01: Die können auch zusammengehen.
01:01:03: Das möchte ich nur mal sagen.
01:01:03: Das heißt nicht, dass sie sich ausschließen.
01:01:05: Aber wir können es nicht immer gleich benutzen.
01:01:09: Obwohl wird es online einfach alle...
01:01:11: Genau, also sag ich mal so.
01:01:13: Wenn du sagst, du bist introvertiert, dann kann es sein, dass du nicht gerne auf die... Partigenen möchtest, aber es bedeutet nicht, dass du nicht auf die Partigenen kannst.
01:01:23: Wenn du eine Angststörung hast, dann kann es wirklich sein, dass du nicht auf die Partigenen kannst.
01:01:28: Also, dass es einfach zu viel... Also, dass es einfach dich in so eine Stresssituation bringen würde, dass das...
01:01:36: Genau, das kann auch körperliche Auswirkungen sein.
01:01:38: Genau,
01:01:38: körperliche, dass es gesundheitliche Auswirkungen
01:01:41: hat,
01:01:42: wenn man das einfach so von dir verlangt.
01:01:45: Also das jetzt, sag ich mal, sehr grob untergebrochen.
01:01:48: Und deshalb muss man es einfach... Aber wenn man jetzt sagt, ach ja, also genau eine Charakteigenschaft, sollte genau so berücksichtigt werden, wie eine Diagnose, dann ist das was anderes.
01:02:01: Und vor allen Dingen ist eben eine Angststörung auch etwas.
01:02:04: Manche Leute müssen lernen damit umzugehen, weil sie das, ja, weil es keine Heilung gibt.
01:02:09: Aber das Ziel ist eigentlich... aus diesem Zustand rauszukommen oder es zumindest so hinzubekommen, dass man immer noch relativ viel Teilhabe am Leben haben kann.
01:02:20: Aber es ist wirklich eine tatsächliche
01:02:23: Einschränkung
01:02:24: oder eine Herausforderung, wo und Introversion ist, ist nicht das gleiche.
01:02:28: Also und deshalb kann man auch von introvertierten Leuten, finde ich, kann man da auch mal ein bisschen mehr verlangen und kann man sagen, jetzt Wenn man auf diesen Take zurückkommt und sagt, Leute, kommt mal auf die Party und so weiter, dann kann man das nicht gleichsetzen, wie man verlangt hier gerade etwas, das man eigentlich nicht verlangen kann.
01:02:53: Oder man macht ja einen Aufruf, der eigentlich ein bisschen zu weit geht.
01:02:57: ist ein bisschen unterschiedlich.
01:03:00: Und ich finde auch gerade sind wir eben in einer Situation, wo viele Leute beklagen, dass es einen Rückzug gibt, dass Leute beklagen, Einsamkeit steigt.
01:03:09: Ich wollte gerade sagen, Leute fühlen sich ja einsamer und dabei ist es so.
01:03:13: Und ich beruf mich nochmal auf den eingerosteten Muskel und so weiter.
01:03:17: Also es ist dann so euer, unser aller Job da selber und mit uns auch ein bisschen ins Gericht zu gehen.
01:03:24: Und ich erkenne mich da auch.
01:03:26: wieder.
01:03:26: Also ich erkenne mich wieder, dass sich bestimmte Sachen vermeiden aus einer irgendwie gearteten sozialen Faulheit.
01:03:34: Faulheit ist vielleicht das falsche Wort, sondern ich habe dann so einen Drang, das jetzt zu vermeiden, weil es irgendwie anstrengend sein könnte.
01:03:41: Und wenn ich mich dann aber doch überwinden kann, gewinne ich ganz oft was und bin total dankbar dafür.
01:03:46: Also das ist jetzt nur ein Beispiel und ich will das da auch Leuten nicht vorschreiben, aber Das war ursprünglich der Gedanke, der hinter diesem Hotel gestanden hat.
01:03:55: Und da bin ich auch total, stehe ich immer noch hinter.
01:03:58: Und noch dazu kommt ja auch, dass Kapitalismus das auch liebt, wenn sich alle zurückziehen und nichts verleihen und so weiter.
01:04:03: Genau.
01:04:03: Und auch diese Sachen, also alles, was irgendwie, sage ich mal, introvertiert und freundlich ist, wie Selbstbedienungskasten, Apps und so weiter, auch natürlich dazu führen, dass zum einen es ... dass manche, also das Arbeitsplätze wegfallen und zum anderen das, sag ich mal, das Miteinander reden und Miteinander sein, dass das auch alles erodiert und so weiter.
01:04:25: Also in dem Anti-Opfer stelle ich auch die Frage, muss man Dinge aushalten, nur weil man sie aushalten kann.
01:04:32: Das ist,
01:04:33: also es ist eine offene Frage.
01:04:35: Also weil die, weil Dinge aushalten zu können, gerade in einer Zeit, wo wir mehr Awareness haben, dass eben das... dass nicht alle Leute das
01:04:47: gleich
01:04:49: verteilt ist, finde ich ist auch wichtig, auch zum Beispiel als Person, die irgendwie auch sich gerne zurückzieht, auch gerne tagelang, vielleicht wochenlang, auch gut alleine sein könnte und so weiter.
01:05:04: Also ich denke aber, wenn ich es kann, dann ... dann
01:05:08: leistest du so viel für die Gesellschaft natürlich.
01:05:10: Genau, und dann muss man es auch irgendwo, also es ist auch eine gewisse Verantwortung, die man haben muss, die man vielleicht auch tragen kann.
01:05:18: oder da kann ich auch irgendwo, denke ich, ist es ja auch
01:05:22: gut, dass ich das kann.
01:05:23: Ja, total.
01:05:24: Also ich bin auch irgendwie sehr dankbar, dass ich das kann.
01:05:27: Und möchte mir das auch selber nicht absprechen, nur weil ich manchmal vielleicht nicht so große Lust habe.
01:05:34: Also, was ich sagen möchte, es kann auch eine Quelle des Selbstbewusstseins werden, zu sagen, hey, ich kann das aber aushalten.
01:05:40: Selbst wenn es nicht das Angenehmste ist der Welt, kann ich mit jemandem
01:05:45: ein
01:05:45: Gespräch führen, wo ich denke, ich kenne es nicht, ich finde es auch nicht super interessant.
01:05:51: Aber ich sehe, du hast hier irgendwie social anxiety, deshalb gebe ich dir jetzt das Gefühl.
01:05:56: Oder ich mach das.
01:05:59: Ja.
01:06:00: Und dann gebe ich etwas jemand anderem, auch wenn ich denke, ja, gerade da drüber, auf der anderen Seite des Tisches.
01:06:08: Ist irgendwie ein bisschen ... Ich bin
01:06:11: nicht.
01:06:11: Das bin ich auch.
01:06:12: Ich hab dann leider auch immer mein Ohr auf der anderen Seite des Tisches.
01:06:15: Aber ja, oder du bist halt die Person, die trotzdem mit der älteren Person spricht, die gerade ganz offensichtlich Gesprächsbedarf hat und nimmst dir irgendwie die paar Minuten und schenkst ein Lächeln und bist irgendwie da und nimmst die Kopfhörer raus oder irgendwie so, ne?
01:06:30: Oder man bleibt mal, wenn man sieht, irgendwie, hier geht irgendwie gerade was ab.
01:06:33: An der Supermarktkasse streiten sich zwei Leute einfach mal kurz Stimmleimen, die Kopfhörer rausnehmen, gucken.
01:06:38: Was ist denn hier gerade los?
01:06:39: Also und entscheiden muss ich irgendwie was tun oder nicht?
01:06:42: Also man muss auch immer so ein bisschen sagen, der öffentliche Raum ist ja dann auch nochmal so ein Fall für sich, weil da habe ich auch immer das Gefühl und wir wären nicht Feuer und Brot, wenn es jetzt nicht nochmal in eine ganz wichtige Richtung gehen würde.
01:06:56: dass ja auch einfach das Verständnis von, was ist angemessen, was wird erwartet in dem öffentlichen Raum von Menschen, sich wie zu benehmen.
01:07:06: Wer hat das überhaupt festgelegt?
01:07:08: Wo, für wen gelten welche Normen?
01:07:10: Wir alle werden nicht gleich bewertet in unserem Verhalten.
01:07:13: So funktioniert die Welt nicht.
01:07:15: Und wer kann sich diese Art von Ruhe und Rückzug überhaupt leisten?
01:07:19: Also das sind jetzt viele Fragen.
01:07:20: Genau, aber da kommen wir auch nochmal auf eine strukturelle Ebene, weil wir haben am Anfang der Folge gesagt, Aber generell gehen wir davon aus, oder viele Leute sagen das, dass diese Gesellschaft ausgelegt ist für extrovertierte Menschen.
01:07:33: Dass extrovertierte Menschen eher belohnt werden.
01:07:36: Aber man kann es auch ein bisschen anders betrachten.
01:07:38: Weil,
01:07:40: wenn man jetzt mal auf einen internationalen Vergleich guckt, dann würde ich sagen, Deutschland ist eher eine introvertierte Kultur.
01:07:46: Es sind eher Menschen, die die Zurückhaltung wertschätzen, die eine gewisse Offenheit, eine gewisse ... extravertiert.
01:07:55: halt auch abstrafen oder auch abfällig als abfällig.
01:08:00: Ja,
01:08:01: abfällig aufnehmen.
01:08:02: Genau.
01:08:02: Also, dass sich darüber lustig gemacht wird, dass es zu anstrengend ist, dass es auch sehr oft rassistische, klassistische und sexistische Dimensionen hat.
01:08:11: Ja.
01:08:12: Auch queerfeindliche Dimensionen hat.
01:08:13: Also, oder ableistische Dimensionen hat.
01:08:16: Also, dass Leute diese, also ich würde sagen, Deutschland ist ein relativ leises, ruhiges Zurück.
01:08:24: Gezogenes Land.
01:08:26: In Gesellschaft,
01:08:27: ja.
01:08:27: Teilweise ist es kulturell gewachsen und so weiter, aber es ist auch teilweise ein Ergebnis von einem gewissen Wohlstand.
01:08:34: Also da ist auch die Frage, wer kann sich... Also wo ist es laut und wo ist es leise?
01:08:42: Wo sind viele Menschen auf einem Raum?
01:08:44: Wer kann sich leisten, sich zurückzuziehen und nicht mit vielen Leuten reden zu müssen, weil alles schon irgendwie geklärt ist und sich Leute umeinander... Die Sache ist, auch diese Illusion zu sagen, ich komme gut alleine, klar.
01:08:56: Nein, irgendjemand, somebody's taking care of you.
01:08:59: Jemand hat im Supermarkt dieses Regal gefüllt.
01:09:03: Der Mensch, der den Essen an die Tür bringt.
01:09:06: Und jemand, der es gekocht hat.
01:09:07: Deine
01:09:08: Lieferdienste, alles, was du bestellst und so weiter, sind ausbeuterische Systeme.
01:09:11: Da können wir auch nicht vergessen, wer wird da ausgebeutet, mehrheitlich?
01:09:14: Genau, auch das.
01:09:16: Die Sache ist, die sich zurückziehen ... wollen, kann auch nur funktionieren, weil sehr viel unsichtbare Kehrarbeit passiert, die man gar nicht mehr sieht oder wahrnimmt in dieser kapitalisierten Welt.
01:09:32: Und da, wo diese Kehrarbeit oder diese unsichtbare Kehrarbeit nicht, wo die Leute sich nicht leisten können oder diese Infrastruktur nicht existiert oder die Leute quasi selber diese Kehrarbeit überhaupt machen müssen, da ist introvertiert halt überhaupt gar kein, da wird introvertiert halt so eine Art Luxus.
01:09:48: Ja, natürlich ist das ein Luxus.
01:09:50: Also es ist so interessant, wie diese, wenn man so von neutralen Ideen in so einem eurozentristischen Blick, wenn man da so dahinter kommt, wie diese Idee vom weißen Mann, der alle weiß hat, dass man kann alles neutral bewerten ist, das Neutrum, die seriöseste Stimme, so diese Verschiebung in der Wahrnehmung, dass man sagen kann, wenn alles ruhig und ordentlich ist, ist das neutral.
01:10:13: Und alles andere, was reinkommt, ist dazu, ist ein Störfaktor.
01:10:17: Das ist ja auch irgendwie so eine Festlegung, die wir einfach, wo wir uns als Gesellschaft vielleicht dran gewöhnt haben, wie du ja gerade in dem Land, in dem wir leben, in der Art, wie hier Menschen miteinander umgehen und genau wie der Wohlstand das irgendwie hergibt, dass viele Menschen sich den Platz haben und sich das ermöglichen können.
01:10:35: Aber diese Art von Rückzug braucht natürlich einfach eine gewisse finanzielle Absicherung und überhaupt Sourcen, es muss Frieden herrschen, also das ist ja ein ganz hohes System, alles Mögliche später mit rein.
01:10:50: und die Frage ist ja auch, wer hat überhaupt eigene Zimmer in der Wohnung für alle Beteiligten?
01:10:57: und wo wohnen halt viele Menschen zusammen?
01:10:59: und wo ersetzt die Gemeinschaft auch fehlende Teilhabe, also wo ist es einfach normal in öffentlichen Räumen zusammen zu kommen, weil es eben andere Orte gar nicht gibt?
01:11:07: und wer wird dann eben kritisch beäugt?
01:11:09: oder da verdrehen die Leute die Augen?
01:11:11: und sage, guck mal, wer sich da wieder zusammengesetzt hat und so laut ist und so viel Dreck macht.
01:11:16: Eben.
01:11:17: Und ich weiß auch, also eine große Erfahrung von Mikroakassionen, die ich erlebt habe, besonders als ich jünger war, war, dass Leute mich immer ermahnt haben, ich soll nicht so laut sein.
01:11:26: Ich bin wirklich kein besonders lauter Mensch.
01:11:29: Aber man wird einfach als lauter wahrgenommen, wenn man ... nicht weiß ist.
01:11:36: Dann wird man eher ermahnt, dann wird die Lache, wird schlechter aufgenommen, Leute sind einfach aggressiver.
01:11:43: Besonders auch, wenn man eine andere Sprache als Deutsch spricht.
01:11:46: Also das ist...
01:11:47: Dann gucken alle.
01:11:48: Von daher würde ich sagen... Oder zum Beispiel auch, wenn man jetzt, also als Mutter, du weißt das eher, dann kannst du auch nicht sagen, ja jetzt ist meine soziale Batterie gerade ein leeres Kind, du musst mich in Ruhe lassen.
01:12:01: Genau, das ist ja auch so kinderfeindlich, es ist eben auch, dass man irgendwie das erwartet wird, wie krass ist das hier, dass Kinder sich so benehmen sollen, man soll sie aber nicht hören.
01:12:11: und wie das beäugt wird, wenn dann irgendwie ein Kind weint und alle verdrehen die Augen und keiner will... Bloß keiner will irgendwie neben dem Kind sitzen, im Zug oder was auch immer.
01:12:20: Weil es natürlich nervig sein kann, wenn das Kind weint und quängelt.
01:12:23: Aber die Frage ist ja auch, wie man es aufnimmt.
01:12:26: Und ich hab das sehr wohl erlebt.
01:12:27: Wir alle wissen es, dass das eben in anderen Kulturen definitiv nicht mit so viel Arkwohn, Ärger, Generftheit und Negativität aufgenommen wird, sondern dass da eben einfach ein Bewusstsein dafür, dass das halt ein Kind.
01:12:40: Ja.
01:12:41: It's fine.
01:12:42: Und ich weiß auch noch, meine brasilianische Freundin Natalia hat auch immer gesagt, so, Maxi, du hast keine Ahnung.
01:12:50: Das ist so absurd, wie leise es hier ist immer.
01:12:53: Also egal, wo wir fahren, es war immer so.
01:12:56: It would never be like this.
01:12:59: Das ist einfach so.
01:13:00: eine ganz andere Wahrnehmung davon ist.
01:13:02: Logischerweise und ich habe das ja auch schon super oft.
01:13:05: Man kriegt die Mikroaggression so doll mit, wenn man mal mit Personen unterwegs ist, die nicht weiß sind und der irgendwie mal lauter lachen wie dann immer die Leute gucken und negativ sind und die Augen verdrehen und so.
01:13:16: Das ist wirklich richtig.
01:13:17: Es ist einfach eine ganz krasse, allgemein gültige Erfahrung, kann man auf jeden Fall so sagen.
01:13:22: Und ich muss daher glaube ich sagen, dass das ein bisschen auch damit.
01:13:26: Also ich glaube, je introvertierter eine Kultur, desto nerviger sind auch die extrovertierten Menschen.
01:13:30: In der Hinsicht, dass es, dass du, also das dann, also wenn man zum Beispiel ist, gibt in der Bahn, gibt es den Ruhebereich.
01:13:38: Und den gibt es, weil Menschen arbeiten müssen und es leise sein muss.
01:13:42: Teilweise und Menschen auch die Ruhe brauchen uns weiter und das sollte man auch respektieren.
01:13:46: Aber die Sache ist auch, weil das nervige ist, ... in den anderen Bereichen die jungen Gesellen-Abschiede oder die Fußball-Fans, ... ... die sich benehmen wie was weiß ich was.
01:13:56: Also es gibt irgendwie dann nur so irgendwelche
01:13:58: ...
01:13:59: ... solche Extreme, die dann auch schwierig sind, weil es irgendwo keine, sag ich mal ... Keine ausgeglichene, einfach nette Unterscheidungsachs, was wir hier gibt.
01:14:09: Also entweder sind alle leise oder man ist so besoffen, dass man nur rumschreit.
01:14:13: Also das ist irgendwo auch, denke ich, vielleicht fehlt da auch ein bisschen eine Ambivision oder eine, vielleicht ist da irgendwie ein soziales,
01:14:23: schönes Miteinander, aber es ist halt so schwierig.
01:14:26: Und vielleicht ist es auch so, also genau, wir sind ja auch, wir kommen aus einer Stadt, die eigentlich als
01:14:30: sehr als
01:14:31: extrovertiert
01:14:34: geht.
01:14:36: Und die Leute sagen immer, wie nett alle in Köln sind.
01:14:38: Köln
01:14:39: ist auch die einzige Stadt, wo die wirklich nicht so erwartet wird als Grundvoraussetzung.
01:14:45: Also da wird er erwartet, dass man miteinander redet.
01:14:47: Genau.
01:14:48: Also da kann ich mir vorstellen, dass man als introvertiert personen so ein bisschen schwierig hat.
01:14:52: Aber die Sache ist...
01:14:53: Ich möchte noch ein Gesanken sagen, aber sag du es, es stimmt.
01:14:56: Ich wollte nicht reinreden.
01:14:58: Aber es war halt dein Gedanke.
01:15:00: Also ich denke auch, muss es wirklich so sein, Ist es wirklich so, dass... introvertierte und extrovertierte Menschen so incompatibel sind.
01:15:09: Nö,
01:15:09: glaube ich gar nicht.
01:15:10: Dass man wirklich sagen kann, okay, da sind entweder, wenn man in Köln ist und dann ist man nicht extrovertiert, dann hat man verloren und wenn man in Berlin irgendwie eine Labertasche ist, dann kommt man irgendwie nur, also so, das müsste doch eigentlich nicht
01:15:22: so sein.
01:15:22: Nein, und das ist auch, glaube ich, überhaupt nicht so.
01:15:24: Ich möchte noch ganz kurz, einmal kurz den Sexismusaspekt noch ansprechen, dass ich auch interessant finde, dass es ja bei Frauen auch laut sein und gesprächig sein und so wird ja auch immer total abgewertet.
01:15:34: Frauen blubbern ja nur so.
01:15:35: Das meine ich halt.
01:15:36: Blablabla, blabla, blabla, blabla.
01:15:38: Die schnacken, die schnacken, die schnacken den ganzen Tag.
01:15:40: Die Hühner, die gackern so rum.
01:15:43: Und das meine ich nämlich, also auch als Verstehteter und lasse ihn auch gelten diesen Aspekt mit Läche doch mal und sei doch mal so und, dass da irgendwie eine gewisse Extrovertiertheit von Frauen, dass das so eine sexistische Dimension ist, dass ihnen Zurückhaltung nicht gegönnt wird.
01:15:57: Aber ich würde sagen, eine extrovertierte Frau ist auch nicht leicht in unserer Gesellschaft.
01:16:01: Also die wird jetzt auch nicht... Super gelobt und das heißt jetzt nicht.
01:16:06: Also Frauen sind schnell too much.
01:16:08: Ja, wenn du laut sein irgendwie performst, als Frau ist das ja auch... Also das ist...
01:16:13: Genau.
01:16:13: Also
01:16:14: ohne negatives Urteil eigentlich gar nicht denkbar.
01:16:17: Naja, du hast jetzt gerade aber eigentlich schon eine schöne Idee angesprochen, so mit dieser Idee von, was gehen wir denn hin?
01:16:23: Wenn wir jetzt sagen, wir haben irgendwie zwei Extreme, keiner fühlt sich damit so richtig wohl.
01:16:28: Wie kommen wir irgendwie in ein gemeinsames Miteinander?
01:16:31: Also was wir ja eigentlich nur damit sagen wollen, wo wir auch immer wieder landen, ist ja auch so ein bisschen die... wenn sich alle so sehr flüchten in diesen Eskapismus und das Vorschieben.
01:16:41: Wer macht denn eigentlich die soziale Arbeit?
01:16:44: Wer ist der Kleber?
01:16:45: Wer hält den Laden am Laufen?
01:16:47: Ich glaube sehr stark, dass wir voneinander profitieren können und auch voneinander profitieren müssen.
01:16:52: Also dass man eigentlich, wie wir ja auch selber wissen in unserem Bekanntenkreis, dass man irgendwie, man kann ja füreinander viel übernehmen.
01:17:02: Aber wir dürfen echt nicht aus den Augen verlieren, wer sich diese Entscheidung, ich ziehe mich zurück, überhaupt gar nicht, also für den das gar nicht die Frage ist.
01:17:11: Also wer eigentlich immer am Rotieren und am Rödel und am Leisten ist in unserer Gesellschaft und den Laden mit am Laufen hält.
01:17:18: Und dass wir als Gesellschaft nur funktionieren, wenn wir füreinander da sind und uns verbinden.
01:17:24: Und genau, also das ist auf jeden Fall wichtig.
01:17:29: Sich da immer wieder selber auch zu... zu challenging, das möchte ich eigentlich sagen, challenged euch.
01:17:35: Das ist es auch, also ich selber mache das auch wirklich viel mehr als früher, dass ich sage ja und dann nehme ich halt irgendwie das Amt in der Kita an, weil ja okay, dann mache ich es halt.
01:17:48: habe ich Bock drauf, finde ich, ich habe kapass dafür, nein.
01:17:50: Aber ich habe sie ganz sicher mehr als andere Eltern dort.
01:17:53: Ganz klar.
01:17:54: Und kann ich irgendwie da was Verbindendes machen?
01:17:56: Ja, kann ich.
01:17:57: Und lasse ich mich dann dafür einsparen?
01:17:59: Ja, ist okay.
01:18:00: Und das wird auch noch an anderen Stellen so sein, dass ich versuche, Dinge zu machen, die irgendwie im Kleinen für mein kleines Universum was Schönes bewirken.
01:18:10: Und es hat auch sofort einen sinnhaftigen Effekt.
01:18:13: Und sehr, sehr, sehr oft sind gerade diese unerwarteten Abende oder Nachmittage oder was auch immer, irgendwelche Vorhaben, die man zum ersten Mal macht, die erst mal sich ein bisschen unangenehm anfühlen.
01:18:25: Wir alle kennen das, dass wir irgendwas zum ersten Mal machen und es fühlt sich blöd an, weil man ist halt der Noobie.
01:18:31: Aber man kann davon sehr, sehr viel wahrscheinlicher total profitieren, als dass man es nicht tut.
01:18:39: Und ich glaube, was mir auch aufgefallen ist bei den Kommentaren, bei der kurzen Folge ist, dass viele Leute sehr stark bei sich waren, bei ihren Bedürfnissen.
01:18:49: Ich kann das aber nicht und mir gefällt das aber nicht.
01:18:51: Für mich ist das so, dass ich ...
01:18:53: Und ich glaube, letztendlich, das reicht nicht, nur die eigenen Bedürfnisse im Kopf zu haben.
01:18:59: Also es ist wichtig, die zu kennen.
01:19:01: Aber damit ist es ... ist noch nichts gelöst.
01:19:07: Wir existieren nicht in dem Vakuum.
01:19:09: Ein Mensch, der in einer Gesellschaft existiert, muss verstehen, dass man Bedürfnisse miteinander abgleichen muss.
01:19:16: Und das ist super schwierig.
01:19:18: Gerade wenn man jünger ist, ist es super schwierig.
01:19:20: Und ich glaube auch gerade, wenn ich mich an früher erinnere, dann ist auch nicht immer, wenn man irgendwie nach Party war und es war irgendwie schrecklich und man hat irgendwie das Gefühl, Man fühlt sich danach irgendwie kacke.
01:19:35: Das heißt nicht unbedingt, und man braucht so ein bisschen Rückzug, heißt es auch nicht unbedingt, dass man introvertiert ist.
01:19:41: Das heißt entweder, dass es vielleicht Leute waren, die irgendwie... Vielleicht war das einfach eine blöde Part.
01:19:47: Vielleicht waren die anderen.
01:19:48: Maybe it's not you, maybe everyone is an
01:19:51: asshole.
01:19:51: Das kann gut sein.
01:19:52: Das ist voll wichtig.
01:19:52: Der Raum, wo du bist, ist nämlich mega wichtig.
01:19:55: Absolut.
01:19:56: Da musst du richtig rauszuführen, was du eigentlich für eine Person bist.
01:19:59: Ich lass
01:19:59: das nicht mehr.
01:20:00: Genau, weil ich nehme mich auch irgendwie ... Ich hab so lange, hab ich nämlich gedacht, also hab immer irgendwie nur auf mich geguckt und gedacht, ich muss so sein, ich muss das besser machen.
01:20:09: Dann hab ich irgendwann festgestellt, nein, wenn die ... Also wenn der Raum gegeben ist, dass ich mich wohlfühle, dann bin ich auch nicht
01:20:18: sozial
01:20:19: awkward oder super introvertiert oder schüchtern oder lasse mich die ganze Zeit verunsichern.
01:20:24: Und wenn dem so ist, also wenn der Raum komisch ist und dann ist es auch so, dann stotter ich rum, dann sage ich komische Sachen, dann bin ich am nächsten Tag im Bett und komm nicht hoch, weil ich alles irgendwie nochmal durchlaufen lasse.
01:20:38: Jede Situation, also es ist auch nicht immer
01:20:40: ...
01:20:42: Deine Eigenschaft, also manchmal muss man auch so ein bisschen gucken, vielleicht müsste er, und gerade bei jungen Leuten dauert das ein bisschen, dass man seine Leute finden muss und dass man gucken muss, was macht man denn gerne, was, wo würde man, also welcher Raum ist denn einer, in dem ich mich wirklich gut fühle?
01:20:59: Und das muss nicht unbedingt... Genau, und das Bedarf aber, um das rauszufinden, muss man auch rausgehen.
01:21:05: Der Meyerbricks-Test.
01:21:06: Der Meyerbricks-Test.
01:21:08: Man findet
01:21:09: es nicht raus,
01:21:10: indem man sich irgendwie einfach die geilste Netflix-Playlist macht und da alles durchbinnt.
01:21:15: Man muss rausgehen und gucken.
01:21:17: Das gefällt mir.
01:21:18: Das gefällt mir nicht.
01:21:19: Hier sind meine Leute.
01:21:20: Das mag ich nicht.
01:21:23: Ich mag diesen Raum.
01:21:24: Diese eine Person nervt mich ein bisschen, ist aber auch schon okay.
01:21:27: Wir kommen irgendwie klar.
01:21:28: Das ist live.
01:21:30: Genau.
01:21:30: Und dann ist es ja eigentlich, gerade wenn man so jung ist, es ist natürlich total verlockend.
01:21:34: Dann kann man sich immer fragen, was bin ich für ein Typ?
01:21:36: Wer bin ich?
01:21:36: Was bin ich für ein Typ?
01:21:37: Ich bin so.
01:21:38: Und dann erklärt man sich dann Wolf.
01:21:40: Aber vielleicht ist es wirklich so, in welchem Raum, in welcher Lebensphase werde ich zu wem und welche Rolle.
01:21:47: nehme ich ein und die darf auch veränderbar sein und das ist Persönlichkeit existiert, ist auch spannend, ist interessant sich damit zu beschäftigen.
01:21:55: Es kann auch hilfreich sein, aber es hat halt super viel mit unseren Lebensbedingungen und allem drum herum zu tun und ist auch keine, ja, keine Entschuldigung für alles.
01:22:09: Also, oder keine Entschuldigung dafür, sich nicht mehr selber herauszufordern.
01:22:12: Ich habe diesen schönen Reim für mich selber gemacht.
01:22:15: zum Schluss.
01:22:16: Wo muss ich mich schützen?
01:22:17: Wo kann ich unterstützen?
01:22:19: Nice.
01:22:22: Das kann doch so ein bisschen ein Mantra sein.
01:22:25: Genau.
01:22:26: Und ich möchte auch, weil ich möchte gerne, dass wir uns vorstellen, dass wir uns nicht aufhören, diese Frage zu stellen.
01:22:35: Wie würden wir denn gerne?
01:22:37: Wie soll die Gesellschaft denn aussehen?
01:22:40: Und nicht nur, wie würde ich gerne leben für mich alleine?
01:22:45: Weil das ist natürlich sehr viel einfacher, aber die Frage ist, auf welchem Kosten und wie funktioniert das?
01:22:50: Und würde das auch für andere funktionieren?
01:22:53: Also andere mit einbeziehen.
01:22:55: Und ich hoffe, wir konnten klar machen,
01:23:00: dass...
01:23:00: ist natürlich vollkommen okay, ist introvertiert zu sein.
01:23:03: Absolut.
01:23:04: Tendenzer introvertiert zu sein.
01:23:06: Aber was wir einfach wollen, ist, dass man sich nicht dadurch so sehr limitiert lässt, durch diese Erzählung über sich selbst, dass man irgendwie sich isoliert oder sich quasi wirklich irgendwie aus einer Verantwortung zieht.
01:23:22: So, ich glaube, das wird einfach ... ist keine nachhaltige Strategie.
01:23:27: So, genau.
01:23:29: Haben wir doch schön auf den Punkt gebracht.
01:23:30: Ja.
01:23:31: Ihr Lieben, dann war das unsere Folge für dieses Mal.
01:23:33: Wir hören uns in zwei Wochen hoffentlich.
01:23:35: Zeit wieder mit dabei und ich danke dir alles fürs Gespräch.
01:23:38: Ich
01:23:38: danke dir.
01:23:39: Bis bald.
01:23:39: Bis dann.
01:23:40: Ciao.
01:23:41: Das war Feuer und Brot.
01:23:43: Konzept von Alice Hasters und Maximiliane
01:23:45: Hecke.
01:23:46: Der Schnitt kommt von Christian Eichler
01:23:48: und die Intromusik von Chris Sommer.
01:23:50: Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann erzählt euren Freundinnen von uns oder teilt die Folge auf Social Media.
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01:24:00: Wir hoffen, ihr seid auch beim nächsten Mal wieder mit dabei und bis bald.
01:24:04: Tschüss!
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